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Josaphata HordashevskaJOSAPHATA MICHAËLINA HORDÁSHEVSKA

(1869 – 1919)

MITBEGRÜNDERIN DER SCHWESTERN
DIENERINNEN DER UNBEFLECKTEN JUNGFRAU MARIA

Seligsprechung: 27. Juni 2001
Fest: 25. März

JOSAPHATA MICHAËLINA HARDÁSHEVSKA wurde am 20. November 1869 in Lemberg, dem Hauptort der Provinz Halychyna in der Ukraine, als Tochter von Jakob und Xenia Hordáshevski geboren und acht Tage später, am 28. November, nach byzantinisch-ukrainischem Ritus in der Kirche der hll. Apostel Petrus und Paulus getauft und gefirmt. Michaëlina war das fünfte von neun Kindern, sieben Mädchen und zwei Knaben. Der Vater war Tischler und die Mutter betreute, neben ihrer Obsorge für die Großfamilie, einen kleinen Hof. Die Eltern unterhielten die Familie mit ihrer Hände Arbeit und konnten daher für eine höhere Ausbildung der Kinder nicht aufkommen; diese mussten sich das tägliche Brot selbst verdienen. So war es auch der hochbegabten Michaëlina beschieden, nach Abschluss der Pflichtschule mit überdurchschnittlicher Benotung, von einer weiterführenden Ausbildung abzusehen und in einem Glasgeschäft zu arbeiten.

Michaëlina zeigte schon früh Anzeichen eines tief religiösen Lebens. Gemeinsam mit ihrer Schwester Anna tat sie es von klein auf den Einsiedlern gleich und ernährte sich von Wurzeln. Zuweilen verschwand sie von zu Hause und wurde dann jeweils nach einer groß angelegten Suche in einer kleinen Kapelle im Wald gefunden, wo sie beten wollte.

1888 hielten die Basilianer einen Einkehrtag für die Jugend von Lemberg, den Michaëlina besuchte und wo sie mit P. Jeremias Lomnitsky, einem jungen Missionar der reformierten Basilianer und Leiter des Symposiums, in Kontakt kam. In ihm fand die junge Frau nicht nur einen geistlichen Führer, Beichtvater und Berater, sondern er war auch derjenige, der ihr dann zusammen mit P. Kyrill Seletsky bei der Gründung der ersten Kongregation aktiven Lebens eine wertvolle Stütze war.

Im Jahr darauf legte Michaëlina auf ein Jahr privat das Gelübde der Keuschheit ab und verpflichtete sich im Folgejahr aufs Neue, dieses Gelübde zu leben. In ihrem Eifer, zur Ehre Gottes zu arbeiten, begann sie Mitglieder der Bruderschaft des Heiligsten Herzens Jesu um sich zu versammeln. Gemeinsam pflegten sie den liturgischen Gesang, bereiteten Blumen zur Verschönerung der Kirchen vor und verrichteten Werke der Nächstenliebe.
Da P. Jeremias in Michaëlina eine außergewöhnliche Seele erblickte, mit der Gott Besonderes vorhatte, wurde ihm bewusst, dass die junge Frau nach einem vollkommeneren Leben trachtete, weshalb er nicht überrascht war, als sie ihm gestand, dass sie ihr Leben dem Herrn weihen wolle, und ihn um Hilfe bat, um zum damals einzigen Orden des byzantinischen Ritus, den Basilianischen Klausurnonnen, zugelassen zu werden. P. Jeremias konfrontierte sie jedoch mit dem Vorhaben der Basilianerpatres, eine aktive Frauenkongregation des byzantinisch-ukrainischen Ritus zu gründen, und er riet ihr, anstatt zu den Basilianerinnen zu gehen, das erste Mitglied der Neugründung zu werden. Er gewährte ihr Bedenkzeit, damit sie sich auch mit den Schwierigkeiten und Unbilden auseinandersetzte, die sie vor allem anfangs werde ertragen müssen. Michaëlina brauchte nicht lange nachzusinnen: „Nur einen Augenblick lang zögerte ich vor dem Unbekannten, doch im Anblick der Bedürfnisse meines armen Volkes und in der Einsicht, dass es der Wille Gottes war, beschloss ich, Seiner Stimme zu folgen und bereitwillig alle Opfer, welche die künftige Kongregation mit sich bringen würde, auf mich zu nehmen.“

Von dem Augenblick an, da Michaëlina zu jedwedem Opfer entschlossen war, schickte sie P. Jeremias für einige Monate zu den Felizianerinnen nach Zhovkva, um sie auf die Leitung einer neuen Kongregation aktiven Lebens vorzubereiten. In der Zwischenzeit organisierte P. Kyrill Seletsky in seiner Pfarrei eine einfache Unterkunft für die angehenden Schwestern. Am 24. August 1892 fand in der Kirche der Basilianer von St. Onophrius in Lemberg die feierliche Einkleidung der ersten Schwestern Dienerinnen der Unbefleckten Jungfrau MariaHordshevskastatt. Michaëlina nahm den Namen Josaphata an, womit sie sich den großen ukrainischen Märtyrer zu ihrem Patron auserkor. Als Gründer dieser ersten Frauenkongregation des byzantinischen Ritus gelten somit die Basilianer Jeremias Lomnitsky und Kyrill Seletsky sowie Josaphata Hordáshevska, die Mutter der Schwestern Dienerinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria. Am 27. August 1892, dem Fest Maria Aufnahme in den Himmel nach dem Julianischen Kalender, fand die Einweihung und Eröffnung des ersten Hauses der Dienerinnen statt.
Diese erste aktive Kongregation der Ukraine hatte ein immenses Apostolat zu bewältigen, was die ersten Konstitutionen folgendermaßen beschreiben: „Ihre Aufgabe wird es sein ..., Heime für die Bauernkinder zu gründen, die Kranken und Armen in den Dörfern zu betreuen, ihnen beizustehen und sie auf einen guten Tod vorzubereiten, die Sonn- und Feiertage mit Lesungen der Heiligenviten und der Heiligen Schrift für die Analphabeten zu heiligen..., das Volk zu unterweisen und zum Besuch des Gottesdienstes zu animieren, indem sie diesem durch eigenes Verhalten das Beispiel christlicher Tugend und Arbeitsamkeit vorlebt... .“

 

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   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Band 6