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Bartholomääus FernandesBARTHOLOMÄUS FERNANDES
VON DEN MÄRTYRERN

ERZBISCHOF VON BRAGA
(1514 – 1590)
PREDIGERORDEN (DOMINIKANER)

Seligsprechung: 4. November 2001
Fest: 16. Juli

Bartholomäus von den Märtyrern wurde im Mai 1514 in Lissabon geboren. Der Beiname dos Martires anstelle von Vale (im Gedenken an den Großvater) erinnert an die Kirche Santa Maria dos Martires, in der er auf den Namen Bartholomäus  Fernandes getauft wurde. Er war der Sohn von Domingo Fernandes und Maria Correira, beide aus Verdeiha bei Lissabon. Seine Kindheit verbrachte er im Schoß der Familie und widmete sich dann dem Studium der Grunddisziplinen, das er im Blick auf den Priesterberuf noch durch Latein- und Grammatikstudium ergänzte.

Am 11. November 1528 trat Bartholomäus mit 14 Jahren in das Noviziat der Dominikaner in Lissabon ein und nahm den Namen Bruder Bartholomäus von den Märtyrern an. Nach Beendigung des Noviziats legte er am 15. November 1529 die Gelübde ab und widmete sich anschließend im Kolleg St. Thomas neben dem Konvent in Lissabon mit großem Erfolg den humanistischen Fächern sowie dem Studium von Philosophie und Theologie, das er 1538 abschloss. Nach dem Doktorat in Theologie 1540 unterrichtete er bis 1557 in den Lissaboner Konventen „da Batalha“ und Évora humanistische Fächer und Theologie. In diesen Jahren der Lehrtätigkeit nutzte er die Freizeit zum Studium dessen, „was man durch andächtiges Gebet und Meditation erlangt, indem man Theologen wie Dionysius, St. Bernhard, St. Bonaventura, Gerson und andere liest, aus denen er die schönsten und frömmsten Sentenzen zu sammeln verstand und eine kleine Abhandlung verfasste, die er immer bei sich trug“. Es handelt sich um das „Compendium vitae spiritualis“, zusammengestellt zum Privatgebrauch, ein „Selbstporträt“ des erhöhten mystischen Lebens von Bruder Bartholomäus. Seine Ausbildung gründete nämlich auf der Fundamentaltheologie nach der Exegese der „Summa“ des hl. Thomas von Aquin, den Aussagen Kardinal Gaetanos und später von Fra Dominikus Scoto sowie Franz von Vitoria. 1557 wurde er zum Prior des Konvents von São Domingos de Benfica in Lissabon ernannt.

Sein Ruf wuchs zusehends, drang auch über die Klostermauern hinaus und gelangte so bis zu Katharina, der Schwester Karls V., die statt ihres noch minderjährigen Sohnes Sebastian I. auf dem Thron saß. Sie ließ P. Bartholomäus mit Hilfe eines anderen großen Dominikaners, P. Luis de Granada, zum Erzbischof von Braga, der größten portugiesischen Diözese, ernennen, die seit längerem vakant war. Die Ernennung wurde von Papst Paul IV. mit der Bulle Gratiae divinae praemium, datiert vom 27. Januar 1559, bestätigt. Die Bischofsweihe fand am 3. September 1559 in São Domingos in Lissabon statt. Am folgenden 8. September erhielt er aus der Hand des Erzbischofs von Lissabon das Pallium. P. Bartholomäus nahm diese Würde aus Gehorsam seinem Provinzialoberen gegenüber an, dem berühmten Schriftsteller und ehrwürdigen Luis de Granada, den die Königin ursprünglich designiert hatte, der ihr jedoch empfahl, an seiner Stelle doch seinen Mitbruder zu präsentieren.

Am 4. Oktober 1559 unterbreitete P. Bartholomäus der großen Diözese das Programm seiner apostolischen Mission, als deren wichtigste Abschnitte er die folgenden ansah: Durchführung von Pastoralvisitationen, Einsatz zur Evangelisierung des Volkes, Sorge um die Bildung und die Heiligung des Klerus. Zusätzlich widmete er sich der Ausarbeitung einiger Lehrschriften.

 

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   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Band 6