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Alois und Maria BeltrameALOIS BELTRAME QUATTROCCHI (1880  –  1951)

MARIA CORSINI
Witwe Beltrame quattrocchi (1884  –  1965)

EHELEUTE UND ELTERN

Seligsprechung: 21. Oktober 2001
Fest: Beltrame: 9. November
Corsini: 26. August

ALOIS BELTRAME QUATTROCCHI wurde am 12. Januar 1880 in Catania auf Sizilien geboren. Die ersten Kinderjahre verbrachte er mit seinen Eltern Carlo Quattrocchi und Francesca Vita und den drei Geschwistern. Um 1889 kam er zu Luigi und Stefania Quattrocchi, Onkel und Tante mütterlicherseits, die ihre Verwandten darum ersucht hatten, weil sie selbst keine Kinder bekommen konnten. 1890 ging Alois wegen der Versetzung von Onkel Luigi, der Hauptkassier beim königlichen Zoll war, nach Rom, wo er den Rest seines Lebens verbrachte.
In Rom besuchte er das Lyzeum „Umberto I“ und machte 1898 mit Erfolg das Abitur. Im gleichen Jahr schrieb er sich an der Juristischen Fakultät der Universität „La Sapienza“ ein und promovierte dort am 14. Juli 1902. Während des Studiums lernte er 1901 Maria Corsini kennen, die er am 25. November 1905 ehelichte, nachdem er am 25. August des Jahres zum Ehren-Amtsrichter der Städtischen Prätur ernannt worden war. Aus der Verbindung gingen vier Kinder hervor.

1909 wurde Quattrocchi zum stellvertretenden Staatsanwalt, 1919 zum Vizestaatsanwalt und 1922 zum Generalsekretär ernannt. Man übertrug ihm hochrangige und höchst verantwortungsvolle Aufgaben auf nationaler Ebene, darunter: erster Rechtsberater des IRI (1926 –51); Rechtsberater der Banca d’Italia; außerordentlicher Kommissar der ENPAS in der Regierung Badoglio; Präsident des Administrationsrates des Fonds für den Kult in der ersten Regierung De Gasperi. Zudem war er mit zahlreichen offiziellen Aufgaben in den verschiedenen Ministerien, in der italienischen Kommerzbank, dem italienischen Kreditinstitut, dem Konsortium für Öffentliche Arbeiten sowie bei der STET betraut.

Trotz dieses umfassenden Engagements im öffentlichen Leben und im Familienkreis setzte sich Quattrocchi erfolgreich im Apostolat ein und nahm am katholischen Vereinswesen teil. 1916 arbeitete er mit der ASCI (Pfadfinder) zusammen, wurde 1917 Präsident der Abteilung Rom V und 1918 Mitglied des Zentralkommissariats. 1919 gründete er mit seinem Freund Gaetano Pulvirenti an der Basilika Santa Pudenziana ein Festoratorium, dann Pfadfinderstation Rom XX, die bis 1923 von ihm persönlich geleitet wurde. 1921 wurde er zum Generalberater der ASCI ernannt, er verwaltete das Amt bis 1927. Zudem arbeitete er mit Prof. Luigi Gedda in der Katholischen Männeraktion und in den Bürgerkomitees mit und unterstützte als administrativer Berater die Errichtung der Agentur ORBIS; mit den Abgeordneten Reggio d’Aci und Jacini arbeitete er am Centro Studi Politici. Ferner wirkte er in der GIAC (Jugend der Katholischen Aktion), in der Bewegung der Christlichen Erneuerung und in der „Fronte della Famiglia“ mit. Besonders wertvoll war schließlich seine Präsenz als „Krankenträger“ für die UNITALSI (Nationale Union für Krankentransporte nach Lourdes und anderen Wallfahrtsorten).

Bei sämtlichen Tätigkeiten standen seine ungewöhnlichen beruflichen Fähigkeiten sowie seine auf höchster Ebene des Landes erworbene Wertschätzung im Dienst unzähliger Personen aller Gesellschaftsschichten, die sich an ihn wandten. 1946 erfolgte die Pensionierung mit der Auszeichnung zum Ehren-Vizegeneralanwalt des Staates. Alle, die ihn kannten, schätzten ihn als liebenswürdige, echte, grundlegende, gebildete und überzeugte Persönlichkeit. Ein besonderer Charakterzug war sein tägliches Bemühen, die Gegenwart Gottes zu vertiefen: sich zu heiligen, um zu heiligen.
Alois Beltrame Quattrocchi starb am 9. November 1951 in Rom an einem Herzinfarkt.

MARIA CORSINI verw. Beltrame Quattrocchi wurde am 24. Juni 1884 als Tochter von Angiolo Corsini, Hauptmann der Grenadiere des Königlichen Heeres, und Giulia Salvi in Florenz geboren und am 28. d. M. auf den Namen Maria getauft. Die Eltern ließen ihr eine solide moralische Erziehung zukommen, vor allem durch das gelebte Beispiel. Im Kindes- und Jugendalter zeigte sich Maria als verständiges, gehorsames und frommes Mädchen.
Wegen der Arbeit des Vater wechselte die Familie 1888 von Florenz nach Pistoia, 1890 dann wieder nach Florenz, 1892 nach Arezzo, wo Maria das Sakrament der Firmung empfing, und schließlich 1893 nach Rom. In der Hauptstadt besuchte sie die dritte Klasse Volksschule bei den Schwestern des hl. Joseph von Cluny sowie die vierte und fünfte Klasse an der staatlichen Schule. Am 30. September 1897 ging sie das erste Mal zur Kommunion. Als höhere Schule besuchte sie bis zum Erhalt der Lizenz das Frauen-Wirtschaftsinstitut für Direktorinnen und Buchhalterinnen.

Maria war fleißig und strebsam und interessierte sich besonders für literaturverwandte Disziplinen – eine Begabung, die sie später durch das Verfassen zahlreicher Schriften auf einfacher, aber grundsolider Basis umsetzte, von denen der Großteil veröffentlicht wurde. Noch keine 18 Jahre alt, ließ sie mit einer Veröffentlichung literarischer Art aufhorchen, Le api e Gabriele Rossetti e i Preraffaelliti.

 1901 lernte sie Alois Beltrame Quattrocchi kennen, der 1902 in Jus promovierte und den sie dann am 25. November 1905 im Alter von 22 Jahren heiratete. Während Maria an der religiösen Praxis ihrer Mutter und Großmutter festhielt, war ihr Mann, obwohl grundsätzlich gläubig, in religiösen Dingen praktisch ein Neuling. Es war Maria, die ihm diskrete und überzeugende Botschaften des Glaubens und des Gebets vermittelte. Als Frau und Mutter war sie mit dem Haushalt beschäftigt, in dem sie ihre Großeltern, ihre Eltern und die vier Kinder versorgte, die sie zur Welt brachte: 1906 Philipp (später Don Tarzisius), 1908 Stefanie, daraufhin Cäcilia (später Ordensschwester) und 1909 Cäsar, der schließlich unter dem Namen P. Paolino als Trappistenmönch lebte. Bei der vierten Schwangerschaft 1913 wurde sie aus klinischen Gründen kategorisch zur Abtreibung angehalten, doch verweigerte sie im Einvernehmen mit ihrem Mann den Eingriff und setzte ihr Vertrauen rein auf Gott. Am 6. April kam Henriette zur Welt, die nach über 80 Jahren ihren Eltern immer noch dankbar dafür war. Diese Tochter war es dann auch, die sich – weil sie ihrer schwachen Gesundheit wegen nicht ins Kloster eintreten konnte – Gott weihte und bis zum Schluss an der Seite der Eltern blieb.

 

 

 

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   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Band 6