Koreanische Märtyrer

LORENZ IMBERT,
SIMEON BERNEUX
Bischöfe
ANDREAS KIM,
erster koreanischer Priester,
und 100 Gefährten

Koreanische Märtyrer
(1839 – 1846 und 1866 – 1867)

Heiligsprechung: 6. Mai 1984
Fest: 20. September

Die Missionierung Koreas verzeichnet eine große Zahl von Männern und Frauen, die ihr Leben für den Glauben hingegeben haben.

79 der heldenhaften koreanischen Männer und Frauen starben als Glaubenszeugen bei den blutigen Verfolgungen der Jahre 1838 – 40 und 1846 und wurden von Papst Pius XI. am 5. Juli 1925 seliggesprochen; weitere 24 Märtyrer erlitten den Heldentod bei der großen Verfolgung von 1866 und wurden von Paul VI. am 6. Oktober 1968 seliggesprochen.  Wenngleich der erste Versuch der Gründung einer katholischen Mission in Korea auf ein Projekt des chinesischen katholischen Gelehrten Siu Kouangch’i 1619/20 zurückging, konnte das Christentum dort erst Ende des 18. Jahrhunderts dank des koreanischen Schriftstellers Yi (Ri) Song Hun Fuß fassen, der nach dem Empfang der Taufe in Peking, wo er den Namen Petrus annahm, und seiner Rückkehr in die Heimat gemeinsam mit zwei von ihm persönlich unterwiesenen und getauften Gefährten für die allmähliche Verbreitung der katholischen Religion sorgte. Bald darauf allerdings erlitt die junge Lokalkirche mit ihren ca. 5.000 Gläubigen nach der leidvollen Erfahrung des Abfalls von Petrus Yi 1791 eine erste Verfolgung. Durch persönliche Vermittlung von König Chonh-Cho wüteten die Pogrome zunächst noch auf rein lokaler Ebene. Doch schon bald nach dem Tod des Königs im Jahre 1800 erfasste die 1801 von der Regentin Kin-Tiyeng-Sam angestrengte Verfolgung explosionsartig das ganze Land. Trotz des drastischen Edikts vom 25. Januar 1802 gegen den Katholizismus und obwohl die Kirche von Mitte 1801 bis einschließlich 1834 ohne Priester blieb, harrten die Gläubigen aus.  

Am 9. September 1831 wurde Korea – getrennt von der Diözese Peking – von Gregor XVI. zum Apostolischen Vikariat erhoben und der Gesellschaft für Auslandsmissionen in Paris anvertraut. Doch erst Ende 1837 konnte sich der aus China kommende Msgr. Lorenz Imbert dort niederlassen. Die Zahl der Katholiken stieg inzwischen auf 10.000. 1839 begann dann durch ein von der Regentin und vom Großen Rat erlassenes Sonderdekret plötzlich eine grausame Christenverfolgung um sich zu greifen; die ersten Opfer gab es am 24. Mai 1839 bei Seoul, nachdem bereits Petrus Yi im Gefängnis für den Glauben gestorben war. Mit dem Tod der drei französischen Missionare Lorenz Imbert, Petrus Maubant und Jakob Chastan blieb Korea neuerlich für einige Jahre ohne Priester. Erst 1845 gelang es einigen, wieder dort Fuß zu fassen. 1866 zählte man bereits 23.000 Katholiken. Im Februar desselben Jahres kam es jedoch auf Anordnung der Regentin Taewongkun zu einer neuerlichen Christenverfolgung. Das erste Opfer war Petrus Yu, der von seinen Gefängniswächtern in der Region von Pyeong-Yang erdrosselt wurde. Nachfolgend erlitten, abgesehen von lokalen Einzelfällen, die beiden Bischöfe Berneux und Davely, sieben der zehn Missionare, zehn einheimische Katechisten und vermutlich 8.000 Christen allgemein das Martyrium.  

Am 6. Mai 1984 wurden die Bischöfe Lorenz Imbert und Simeon Berneux sowie der erste koreanische Priester Andreas Kim und 100 Gefährten als koreanische Märtyrer von Papst Johannes Paul II. in Seoul, Korea, heiliggesprochen.

Die Auflistung der Hinrichtungen der 103 koreanischen Märtyrer in chronologischer Abfolge mit Angabe von Name, Geburtsdatum, Datum der Verhaftung und des Martyriums, Alter, Ort des Martyriums und des jeweiligen Standes finden sich in:Resch, Andreas: Die Heiligen Johannes Pauls II. 1982 – 2004. Innsbruck: Resch, 2012 (Selige und Heilige Johannes Pauls II; 5). XIV, 480 S., 109 Farbtaf., ISBN 978-3-85382-094-0, Ln, EUR 48.60 [D], 49.90 [A]


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   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Band 5