Maria Pilar

MARIA PILAR VOM HL. FRANZ BORGIA
(Jacoba Martínez García)

(1877 – 1936)

MARIA VON DEN ENGELN
DES HL. JOSEPH
(Marciana Valtierra Todesillas)

(1905 – 1936)

THERESIA V. KINDE JESUS U. V. HL. JOH. V. KREUZ
(Eusebia García y García)

(1909 – 1936)

PROFESS-SCHWESTERN
VOM ORDEN
DER UNBESCHUHTEN KARMELITINNEN

Seligsprechung: 29. März 1987
Fest: 24. Juli

MARIA PILAR VOM HL. FRANZ VON BORGIA (Jacoba Martínez García) wurde am 30. Dezember 1877 in Tarazona (Saragossa), Spanien, geboren und am gleichen Tag auf den Namen Jacoba getauft. Ihre Kindheit verbrachte sie im Kreise der Familie, die Jugendjahre (1887-1891) in Torellas bei ihrem Bruder, der Priester war, und von 1891 bis 1898 weilte sie in Corella, wo sie sich durch ihren Einsatz für die Armen und Kranken sowie eifrige pastorale Mitarbeit auszeichnete.

Beeindruckt vom Karmel, dem ihre ältere Schwester angehörte, die dann während der Verfolgung Priorin des Klosters war, trat auch Jacoba am 12. Oktober 1898 in den Karmel von Guadalajara ein und nahm bei der Einkleidung den Namen Maria Pilar vom hl. Franz Borgia an. Nach Beendigung des Noviziats legte sie am 15. Oktober 1899 die Profess ab. Während ihres Ordenslebens erfüllte sie die Aufgaben einer Sakristanin und Pförtnerin. Stets war sie mit Freude bei der Arbeit, getragen von einem tiefen Glauben und einer außergewöhnlichen eucharistischen Frömmigkeit. In ihren Aufzeichnungen findet sich ein Vorsatz aus dem Jahre 1930: „Einheit mit Christus. Alle Dinge aus Liebe zu Ihm tun, indem man sie aus Liebe zu Gott in das Geistige und Übernatürliche erhebt, auf dass alles in Gott und für Gott verwirklicht werde.“ 1933 schrieb sie: „Warum bin ich Karmelitin? Um ganz Ihm zu gehören und eine große Heilige zu sein.“ Daher setzte sie sich zum Ziel: „Ich verzichte auf alles, was Gott von mir verlangt, um dadurch Dich, mein Jesus, ins Unermessliche zu lieben und mit Dir eins zu sein. Auf dass nichts außer Dir mein Herz erfülle, mein Bräutigam.“ In ihren letzten Tagen bot sie ihr Leben Gott zum Opfer an, um ihre Mitschwestern vor Unheil zu bewahren, und bekundete ihre Bereitschaft zu einem möglichen Martyrium: „Wenn sie uns zum Martyrium führen, werden wir singend dorthin gehen, wie die Märtyrerinnen vom Compiègne. Wir werden singen ,Herz Jesu, Du wirst siegen‘.“

MARIA VON DEN ENGELN DES HEILIGEN JOSEPH (Marciana Valtierra Todesillas) wurde am 6. März 1905 in Getafe (Madrid), unweit vom Cerro de los Angeles, als Letztes von zehn Kindern einer Familie geboren, aus der vier Ordensberufe hervorgingen; zwei von ihnen, Marciana und Celestino von den Schulbrüdern, erlitten das Martyrium. Marciana wurde am 12. März getauft und zu Hause von ihrer Schwester Marzellinaerzogen, die dann bei den Konzeptionistinnen eintrat.

Ihre spirituelle Formung erhielt Marciana anschließend bei den Schwestern der Hl. Familie von Getafe. Nachhaltig beeindruckt von der Geschichte einer Seele der hl. Theresia von Lisieux, widmete sie sich mit viel Einsatz der Arbeit in der Pfarre, der Unterstützung der Armen in den Vinzenzkonferenzen und missionarischen Tätigkeiten, wobei sie zur begeisterten Mitstreiterin des ehrwürdigen Karmeliten Juan Vincente Zengotita Bengoa wurde, vor allem was die Verbreitung der „Coros Marianos“ für die Missionen anbelangte, deren Mitglied sie am 29. März 1924 wurde.

Am 14. Juli 1929 trat sie in den Karmel vom hl. Joseph in Guadalajara ein, wo sie am 19. Januar 1930 ihr Noviziat begann und den Namen Maria von den Engeln des hl. Joseph annahm. Die zeitlichen Gelübde legte sie am 21. Januar 1931 ab, die ewigen Gelübde am 21. Januar 1934. Sie verbrachte nur sechs Jahre im Kloster, zeichnete sich aber durch überaus große Gottes-­ und Nächstenliebe aus sowie durch hervorragende Tugenden, wie Bescheidenheit, Klugheit und außergewöhnliche Reife. Getragen vom Streben nach Vollkommenheit und einer besonderen Hinwendung zum Gebet, nahm sie gern alles Leid auf sich, um das Geheimnis von Christus dem Erlöser aus nächster Nähe zu erfahren, und erbat schließlich die Gnade des Martyriums, das – wie sie sagte – „in der Treue zum Kleinen“ erreichbar sei. Wenige Stunden vor dem Martyrium trug sie ihren Wunsch, ein Blutopfer für Christus sein zu wollen, der Priorin vor.

THERESIA VOM KINDE JESUS UND VOM HL. JOHANNES VOM KREUZ (Eusebia García y García) wurde am 5. März 1909 in Mochales bei Guadalajara, Spanien, geboren und zwei Tage später auf den Namen Eusebia getauft. Sie wuchs zunächst im Schoß der Familie heran und wurde dann mit sieben Jahren zu Florentino García, einem Onkel mütterlicherseits, nach Siguenza geschickt, der dort Priester und später Kanonikus und bischöflicher Sekretär war; auch er erlitt in der Revolution den Märtyrertod. Unter seiner Führung bemühte sich Eusebia, den Spuren der hl. Theresia von Lisieux zu folgen, deren Geschichte einer Seele sie faszinierte. Zwischen dem neunten und elften Lebensjahr legte sie das Gelübde der Keuschheit ab. Nach der Ausbildung bei den Ursulinen bereitete sie sich zwei Jahre lang unter Anleitung des Onkels auf das Ordensleben im Karmel vor, in den sie am 2. Mai 1925 in Guadalajara eintrat. Am 4. November 1925 erfolgte die Einkleidung, bei der sie den Namen Theresia vom Kinde Jesus und vom hl. Johannes vom Kreuz annahm.

Am 7. November 1926 legte sie unter folgender Lebensdevise die erste Profess ab: „Ich werde ewig vom Erbarmen Gottes singen. Mein Wahlspruch: Liebe mit Liebe belohnen. Meine Aufgabe: eine kleine Ameise der Liebe sein. Mein Streben: allein nur mit Christus.“

Theresia hatte ein lebhaftes, ungestümes Temperament mit einem Hang zur Strenge. So war es ihr Ziel, jeder Handlung das Siegel der drei großen Wahrheiten – „Liebe, Treue, Hingabe“ – aufzuprägen. Diese Haltung half ihr, sich selbst zu besiegen und dabei ihr nicht alltägliches künstlerisches Talent in ihre spirituelle Veranlagung zu integrieren. Als geübte und sensible Musikerin gestaltete sie ihr Leben zu einem wohlklingenden Hymnus an den Hl. Geist, in Einheit mit Maria, der sie sich durch ein besonderes Versprechen geweiht hatte.

Nach Ablegung der feierlichen Profess 1930 ging sie weiter den Weg der Vervollkommnung und Liebe. Sie stellte sich ganz in den Dienst ihrer kranken Mitschwestern und stand ihnen mit großer Beständigkeit und Güte zur Seite. Der herannahenden Revolution setzte sie den Ausruf „Es lebe Christus, der König“ entgegen und bekräftigte: „Könnte ich dieses ,es lebe’ doch unter der Guillotine wiederholen!“ Dies war auch ihr letzter Ausruf, bevor sie ihr Leben hingab, um „Liebe mit Liebe zu vergelten“.

Als Guadalajara am 22. Juli 1936 von der Miliz besetzt wurde, mussten die Unbeschuhten Karmelitinnen das Kloster in weltlichen Gewändern verlassen und sich in kleinen Gruppen zu Bekannten absetzen. Als sich die drei Nonnen am Nachmittag des 24. Juli auf dem Weg zu einem sichereren Zufluchtsort befanden, wurden sie von einer Milizsoldatin als Ordensschwes- tern erkannt, die daraufhin ihren Begleitern anordnete, auf sie zu schießen. Als Erste starb, schweigend, Maria von den Engeln; sie war auf der Stelle tot. Ihr folgte Maria Pilar, die einige Stunden später im Spital des Roten Kreuzes verstarb, wohin man sie, nahezu ausgeblutet, gebracht hatte, während sie unentwegt die Worte Jesu am Kreuz wiederholte: „Herr, vergib ihnen!“ Als Letzte wurde Theresia ermordet, nachdem man sie, die sich eindeutigen Angeboten widersetzte, zum Friedhof der Stadt verschleppt hatte, wo sie mit dem Ausruf „Es lebe Christus, der König!“ starb. Der Tod der drei Karmelitinnen am 24. Juli 1936, jenem Tag, an dem der Karmel der 16 Karmeliten­Märtyrerinnen von Compiègne gedachte, wurde von den Gläubigen alsbald als Martyrium anerkannt.

Glücklicherweise wurden die Leichen sofort in Verwahrung genommen und identifiziert und konnten so einer Konservierung zugeführt werden; am 15. Juli 1941 erfolgte die vorgeschriebene Bestätigung ihrer Identität. Zwei Tage später wurden sie feierlich in ihren Karmel übertragen, wo sie seitdem von den dorthin pilgernden Gläubigen verehrt werden.

Tatsächlich bekundet das Martyrium der drei Karmelitinnen von Guadalajara, dass sie, wie in der feierlichen Profess gelobt, an ihrer Weihe an den Herrn mit absoluter Treue festgehalten haben. Ihr Tod ist das höchste und unabänderliche Zeugnis eines Lebens der Hingabe und Selbstlosigkeit ohne Kompromisse. So gesehen ist ihr Martyrium Ausdruck des starken, unbezähmbaren Wunsches, in ungebrochener Bereitschaft so rasch als mög- lich Christus entgegenzugehen, um ihm auf dem Pfad des täglichen Lebens getreu nachzufolgen. Eine von ihnen, Theresia vom Kinde Jesus, hatte sich zum Ziel gesetzt: „Treu sein im Kleinen; damit kann ich das Herz meines Bräutigams gewinnen. Alles ins Geistige erheben... mich keiner Sache ver- weigern, die der Herr mir während des Tages abverlangt. Alles aus Liebe geben und damit das tägliche Leben vergeistigen. So fülle ich mein Leben mit kleinen Opfern, die mir zusammen mit dem Lohn des Herrn dazu gereichen werden, Seelen zu gewinnen.“

Am 29. März 1987 wurden Maria Pilar Martínez García, Maria Angeles Valtierra Tordesillas und Theresia vom Kinde Jesus García y García von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Italienisch

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Band 2