Andreas Resch

HILDEGARD VON BINGEN
Heilige und Kirchenlehrerin

Am 12. Mai 2012 hat Papst Benedikt xvi. die Benediktinerin Hildegard von Bingen (1098 – 1179) zur Heiligen der Universalkirche erhoben. In den deutschsprachigen Bistümern und im Benediktinerorden wurde Hildegard bereits seit langem als Heilige verehrt. Ihr Fest wird am 17. September gefeiert. Da Hildegard aus verschiedenen zeitgeschichtlichen Umständen nie offiziell heiliggesprochen wurde, war eine Bestätigung durch den Papst Voraussetzung für eine Verehrung in der gesamten Weltkirche. 

 Hildegard von Bingen ist bis heute die universellste Persönlichkeit der Menschheitsgeschichte. Aus diesem Grunde wurde sie 1978 auch zur Patronin des Instituts für Grenzgebiete der Wissenschaft (IGW) ernannt. Ihr von Gott gegebenes visionäres Charisma macht sie zur Ausnahme-Theologin und Universalgelehrten. Mensch, Umwelt, Leib und Seele – alles steht laut Hildegard in stetiger Verbindung, wie sie dies in ihrem Bild der Kosmosmensch zum Ausdruck bringt (Abb. 1)

I. LEBEN

Hildegard von BingenHildegard von Bingen wurde 1098 als zehntes Kind des Edelfreien Hildebert von Bermersheim und seiner Frau Mechthild in Bermersheim bei Alzey, Deutschland, geboren. Im Alter von acht Jahren wurde sie der Klausnerin Jutta von Sponheim auf dem Disibodenberg zur geistlichen Erziehung übergeben. Die Klause war an das dort beheimatete Benediktinerkloster angebaut. Im Kloster wurde Hildegard im Singen der Psalmen und in den Gesängen Davids unterwiesen. Ferner erhielt sie Unterricht in der „Regula Benedicti“, in der Liturgie und in Teilen der „Artes Liberales“ (Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik und Grammatik), waren die Benediktinerklöster zur damaligen Zeit doch Hochburgen der Wissenschaften und Zentren der Begegnung für Künste und Bildung.

 Mit ca. 15 Jahren wurde Hildegard Benediktinerin. Nach dem Tod der Klausnerin Jutta von Sponheim wurde sie im Alter von 38 Jahren einstimmig zur geistlichen Mutter des sich im Entstehen befindenden Frauenklosters gewählt.

1. Werke

Vier Jahre später erhielt Hildegard den göttlichen Auftrag, alles zu dokumentieren und zu verkünden, was ihr in dieser ersten und den weiteren Visionen geoffenbart werde. Dies ist der Beginn ihres Schriftwerkes, das in der europäischen Geschichte des Mittelalters beispiellos dasteht. Selbst von den männlichen Zeitgenossen der Hildegard von Bingen ist kein so umfangreiches Werk überliefert.

Ihr erstes Werk SCIVIAS, „Wisse die Wege“, eine Schau von der Schöpfung und der Erlösung der Welt, schreibt Hildegard mit Unterstützung des Mönches Volmar und der Nonne Richardis von Stade (Abb. 2).

Ihre intuitive Begabung zur Vision erklärt sie als ein plötzlich über sie kommendes Wissen über den Sinn der Heiligen Schriften. So legte sie auch immer großen Wert auf die Feststellung, dass sie ihre Visionen nicht in einer Ekstase oder anders gearteten Entrückung erhielt, sondern im klaren Wachzustand. 

 Im Vorfeld der päpstlichen Synode von Trier (1147/1148) wurde ihre Sehergabe durch eine von Papst Eugen iii. (1145 – 1153) eingesetzte Kommission geprüft und bestätigt. Der Papst forderte die Seherin auf, ihre Visionen aller Welt kundzutun. Zudem pries er in einem an Hildegard gerichteten Schreiben von 1152 deren „ehrenvollen Ruf“ und „ihr Glühen im Feuer der göttlichen Liebe“ und stellte fest, dass sie keines weiteren Ansporns bedürfe. Mit dieser Bestätigung von höchster kirchlicher Ebene wurde die Magistra Hildegard aus der Abgeschiedenheit der Klosterzelle mitten auf die Bühne der Welt gestellt. 

1150 gründete Hildegard das Kloster Rupertsberg bei Bingen in Rheinland-Pfalz. Die Klostergemeinschaft wuchs kontinuierlich an und der Ruf der Gründerin verbreitete sich auch weit über die klösterliche Gemeinschaft hinaus. Viele Menschen kamen zu Hildegard, um sie um Rat und Hilfe zu bitten.

 Zudem pflegte Hildegard einen umfangreichen Briefwechsel mit bedeutenden Persönlichkeiten aus Politik und Kirche. Sie korrespondierte mit Königen und Päpsten, Erzbischöfen und Äbtissinnen. Dazu zählten u. a. die Päpste Eugen III., Anastasius IV., Hadrian IV. und Alexander III., die Erzbischöfe von Köln, Salzburg, Mainz und Trier, Kaiser Barbarossa, König Heinrich II. von England, König Konrad III., die Gräfin von Sulzbach und Kaiserin von Byzanz sowie zahlreiche andere Herzöge, Äbte, Priester und einfache Menschen. Ihre Briefe, Schriften, Bilder und Lieder machten sie als Botschafterin Gottes zur „rheinischen Sibylle“.

 Hildegards Welt- und Menschenbild ist bis in konkrete Einzelheiten gekennzeichnet von den Naturkräften des Kosmos und der existentiellen Teilnahme an allen Krankheiten und Kranken. So arbeitete sie von 1151 – 1158 an ihren Werken PHYSICA (Heilkraft der Natur) und CAUSAE ET CURAE (Ursachen und Behandlungen der Krankheiten – Heilwissen). Zwischen 1158 und 1163 verfasste sie ihr Werk LIBER VITAE MERITORUM (Buch der Lebensverdienste). In diesen Jahren unternahm sie drei Missions- und Predigtreisen nach Franken, Lothringen und ins Rheinland. 1163 begann Hildegard mit der Niederschrift ihres letzten großen Werkes über ihre Visionen, des LIBER DIVINORUM OPERUM (Das Buch der göttlichen Werke). 

 Ca. 1165 übernahm sie das Kloster Eibingen bei Rüdesheim. 1170 führte sie eine vierte Missions- und Predigtreise nach Schwaben.

 Hildegard starb am 17. September 1179 im Alter von 81 Jahren auf dem Rupertsberg bei Bingen. In der „Vita“ der Hildegard von Bingen ist zu lesen, dass Gott ihr ihren Tod in einer Vision mitgeteilt habe. Sie kündigte daraufhin das Ende ihres irdischen Lebens auch ihren Mitschwestern im Kloster an.

 Nach ihrem Tod strahlte den Berichten von Zeitzeugen zufolge tagelang ein helles Licht über ihrem Grab, an dem viele Wunderheilungen geschahen, weshalb die Menschen in Scharen dorthin strömten, um Heilung zu erbitten. Doch brachten diese Pilger sehr viel Unruhe in das Leben des Klosters. Daher bat man den Bischof von Mainz um Hilfe. Er untersagte der Verstorbenen, weiterhin Wunder zu wirken. Die Verstorbene „gehorchte“, denn ab dieser Stunde gab es kein einziges Heilungswunder mehr an ihrem Grab und Hildegard von Bingen geriet fast völlig in Vergessenheit.


2. Der Vergessenheit entrissen

Ihre Aufzeichnungen blieben über 800 Jahre verschollen. Erst die Entdeckung einer Abschrift ihres medizinischen Buches in der königlichen Bibliothek in Kopenhagen weckte das Interesse an der ersten und einzigen christlichen Ganzheitsmedizin wieder. Diese brachte Hildegard nicht nur den Ruf der ersten deutschen Ärztin ein, sondern führte auch zu einem breit gefächerten Studium ihrer Werke mit einem Bild von Mensch und Welt, das an Umfang kaum zu überbieten ist. So hat der Autor schon in den 1970er Jahren eine Petition bei der Heiligsprechungskongregation in Rom eingereicht, Hildegard von Bingen zur Kirchlehrerin zu erheben.


II. HEILIGSPRECHUNG

Dem stand damals die noch nicht erfolgte offizielle Heiligsprechung entgegen, die nunmehr am 10. Mai 2012 per Dekret vorgenommen wurde, das hier in deutscher Übersetzung im Wortlaut angeführt werden soll:

„Litterae Decretales“

Päpstliches Dekret über den Vollzug

der Kanonisation Hildegards von Bingen

BENEDIKT XVI. BISCHOF,

Diener der Diener Gottes, zum unvergänglichen Gedächtnis folgender Sache:

„Rufen wir immer den Heiligen Geist an, er möge in der Kirche weise und mutige Frauen erwecken wie die heilige Hildegard von Bingen, die, indem sie die von Gott erhaltenen Gaben wertschätzen, ihren wertvollen und je eigenen Beitrag zum geistlichen Wachstum unserer Gemeinschaften und der Kirche in unserer Zeit leisten.“

 Diese Worte, mit denen Wir unsere Katechese am 08. September 2010 beendeten, stellen ein wunderbares Band her zwischen dem Einsatz jener Frau, die im Mittelalter lebte, und dem Weg, zu dessen Vollendung das Volk Gottes in seiner Geschichte unablässig berufen wird. Denn das Leben, die Spiritualität und der Kult Hildegards von Bingen bezeugen voll und ganz und angemessen das absolute und unvergängliche Gut, das die Gemeinschaft mit Gott bedeutet. Diese Gemeinschaft mit Gott bewirkt, dass alle Geschöpfe als Gottes Werke miteinander im Zusammenklang stehen und einander entsprechen. Hildegard stand unablässig vor Gottes Angesicht, um seinen Willen ohne Zögern zu empfangen und aufzunehmen.

 Hildegard wurde im Jahre 1098 in Bermersheim in der Nähe von Alzey als Tochter adliger und wohlhabender Eltern geboren. Mit 14 Jahren wurde sie in das Benediktinerkloster auf dem Disibodenberg aufgenommen, in dem sie im Jahre 1115 ihre Ordensgelübde ablegte. Als Jutta von Sponheim etwa im Jahre 1136 starb, wurde Hildegard als ihre Nachfolgerin zur Magistra gewählt. Ihr geistliches Fundament war die Benediktusregel, die zum Weg der Heiligkeit eine geistliche Ausgeglichenheit und eine maßvolle Askese bestimmt. Wegen der wachsenden Zahl der Nonnen, was vor allem ihrer Vorbildlichkeit zuzuschreiben war, gründete sie etwa im Jahre 1150 ein Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen, in das sie mit zwanzig Schwestern übersiedelte. Im Jahre 1165 gründete sie ein zweites Kloster in Eibingen, auf der anderen Rheinseite. Beiden Klöstern stand sie als Äbtissin vor.

 Innerhalb der Klostermauern kümmerte sie sich um das geistliche und leibliche Wohl ihrer Schwestern, indem sie für das Gemeinschaftsleben, für den Dienst und für die Heilige Liturgie auf außerordentliche Weise Sorge trug. Außerhalb des Klosters setzte sie sich eifrig für die Stärkung des christlichen Glaubens und der Werke ein, indem sie die Irrlehre der Katharer abwehrte, die Erneuerung der Kirche mit Schriften und Predigten unterstützte und die Verbesserung der Disziplin und Lebensweise des Klerus förderte. Auf die Bitte Unserer Vorgänger, Hadrian IV. und später Alexander III., hin verwirklichte sie ein fruchtbares Apostolat, als sie – zu damaliger Zeit ungewöhnlich – ab dem Jahr 1159 einige Reisen unternahm, um an öffentlichen Orten und in etlichen Kathedralen die Menschen aufzurütteln, u. a. in Köln, Trier, Lüttich, Mainz, Metz, Bamberg und Würzburg. Ihre tiefe mystische Erfahrung sowie ihre Schriften, betreffend den Gottesdienst und die Spiritualität, haben sowohl den Gläubigen als auch prominenten Persönlichkeiten ihrer Zeit großen Nutzen gebracht und bewirkten nachhaltige Erneuerungen in der Theologie, in den Naturwissenschaften und in der Musik.

 In der Person Hildegards von Bingen stehen die Lehre und das alltägliche Leben in vollstem Einklang. Die Tugenden, die sie mit großem Einsatz lebte, sind fest in der Heiligen Schrift, der Liturgie und bei den Kirchenvätern verwurzelt. Sie führte sie unter dem Licht der Benediktusregel mit Klugheit zur Vollendung. Sie verband ihren scharfen Geist und die Gabe, mit der sie die himmlischen Dinge verstand, mit beständigem Gehorsam, Einfachheit, Liebe und Gastfreundschaft. Sie bemühte sich darum, dass in ihren zahlreichen Schriften ausschließlich die göttliche Offenbarung kundgetan und Gott in seiner klaren Liebe erkannt wird. Hildegards Lehre zeichnet sich sowohl durch die Tiefgründigkeit und die Richtigkeit ihrer Auslegungen aus als auch durch die Neuigkeit ihrer Visionen, welche die Grenzen ihres Zeitalters weit überschreiten: Ihre Texte, die mit der wahren Liebe des Intellekts durchdrungen sind, bringen eine außergewöhnliche Lebenskraft (viriditas) und Frische hervor, wenn man sie betrachtet im Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, der Inkarnation, der Kirche, der Menschheit und der Natur, die der Mensch als Gottes Geschöpf zu betrachten und der er zu dienen hat.

 Nachdem sie im Sommer 1179 durch schwere Krankheit heimgesucht wurde, starb sie am 17. September 1179 auf dem Rupertsberg bei Bingen, umgeben von ihren Schwestern, im Rufe der Heiligkeit.

 Aufgrund dieses Rufes, der nach ihrem Tod wuchs, und auch aufgrund zahlreicher Wunder, die ihrer Fürsprache zugeschrieben wurden, baten die Nonnen des Klosters Rupertsberg Unseren Vorgänger Gregor IX., dass ihre Mutter und Magistra auf Erden verherrlicht werde. Am 27. Januar 1228 beauftragte der Papst durch ein apostolisches Schreiben bestimmte Mainzer Prälaten, die entsprechenden Untersuchungen durchzuführen. Diese erfüllten die ihnen anvertraute Aufgabe innerhalb von fünf Jahren. So wurden die Prozessakten am 06. Dezember 1233 nach Rom gebracht, zusammen mit einer Lebensbeschreibung Hildegards, mit ihren Schriften und mit deren Beurteilung, welche die Theologische Fakultät in Paris ausstellte und die Wilhelm von Auxerre summarisch so zusammenfasste: „Hildegards Schriften enthalten keine menschlichen, sondern göttliche Worte.“ Da die Prozessakten sich jedoch als mangelhaft erwiesen, wurden diese an die Richter zurückgeschickt, zusammen mit einem Brief des Papstes, der auf die zu ergänzenden Lücken hinwies. Trotz dieser Hindernisse war die öffentliche Anerkennung und Verbreitung der Heiligkeit Hildegards offensichtlich. Ihr Name wurde in das örtliche Martyrologium aufgenommen und sogleich begann ihre Verehrung, welche die Amtsträger der Kirche von Mainz billigten. Daraufhin gewährte unser Vorgänger Johannes XXII. dem Kloster Rupertsberg einige Ablässe und sprach offen vom „Fest der heiligen Hildegard“. Dies war das erste päpstliche Dokument, das, am 26. August 1326 ausgestellt, Hildegard als „heilig“ bezeichnete. Von da an wird ihre Heiligkeit in den offiziellen Martyrologien immer vermerkt. Durch ein Schreiben vom 21. Februar 1940 ermöglichte der ehrwürdige Diener Gottes Pius XII., dass die Verehrung der „heiligen Jungfrau Hildegard“, die sich bislang nur auf einige Kirchen Deutschlands bezog, auf das ganze Volk übertragen wurde. Auch Unser Vorgänger, der selige Johannes Paul II., nannte Hildegard im Jahre 1979 aus Anlass des Jubiläums zu ihrem 800. Todestag öffentlich „heilig“. Schließlich haben Wir selbst im Jahre 2010 in zwei Generalaudienzen dasselbe gesagt. Am 06. März 1979 hat Unser ehrwürdiger Bruder Joseph Kardinal Höffner, Erzbischof vom Erzbistum Köln und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, zusammen mit deren Mitgliedern, zu denen auch Wir, damals Kardinal und Erzbischof von München und Freising, gehörten, dem seligen Johannes Paul II. die Bitte unterbreitet, dass Hildegard von Bingen zur Lehrerin der Universalkirche erhoben werde. In dieser Bitte hob Unser ehrwürdiger Bruder die Rechtgläubigkeit von Hildegards Lehre hervor, die Unser Vorgänger Eugen III. bereits im 12. Jahrhundert anerkannt hatte, sowie ihre Heiligkeit, die beim Volk bis heute fortbesteht, ebenso die Vorzüglichkeit ihrer theologischen, naturkundlichen und musikalischen Schriften. Dieser Bitte, die Wir erwähnt haben, folgen mehrere Bitten, vor allem der Nonnen des Klosters in Eibingen, das Hildegards Namen trägt. Außer was die Heiligkeit betrifft, wurde hier auch die Bitte hinzugefügt, dass Hildegard zur Lehrerin der Universalkirche erhoben werden möge.

 Mit meiner Zustimmung hat die Heiligsprechungskongregation nun eine sorgfältige Stellungnahme (positio) über die Kanonisation und die Erteilung des Titels einer Lehrerin der Universalkirche vorbereitet. Da es im Falle Hildegards von Bingen um eine sehr angesehene Meisterin der Theologie geht, haben Wir erlaubt, dass Nr. LXXIII der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus [die Zustimmung der Glaubenskongregation] außer Acht gelassen werden darf. Dasselbe betrifft das Wunder, das zu einer Heiligsprechung erforderlich ist. Denn der Ruf der Wunder, der Hildegard bis heute umgibt, ist völlig bestätigt. Diese Causa wurde am 20. März 2012 in der Vollversammlung der Kardinäle und Bischöfe in Gegenwart Unseres ehrwürdigen Bruders Angelo Kardinal Amato, des Präfekten der Heiligsprechungskongregation, überprüft und in einer Abstimmung bestätigt. Am 10. Mai 2012 hat Uns Unser ehrwürdiger Bruder in allen Einzelheiten über den Stand der Frage und zugleich über die Abstimmung der Väter der erwähnten Vollversammlung der Heiligsprechungskongregation, die einstimmig zustimmten, informiert.

 Also verfügen Wir nach reiflicher Überlegung und mit sicherer Erkenntnis über die gültige Entscheidung der Heiligenkongregation, dass die Verehrung dieser sehr würdigen Jüngerin Christi jetzt und künftig mit der ganzen Kirche geteilt wird.

 So erklären Wir kraft Unserer apostolischen Autorität zur Ehre Gottes, zur Mehrung des Glaubens und zum Wachstum des christlichen Lebens, dass Hildegard von Bingen, Nonne des Ordens des heiligen Benedikt, heilig ist, in den Katalog der Heiligen eingetragen wird und mit frommer Andacht verehrt und unter den Heiligen der Universalkirche angerufen werden kann.

 Mit Sicherheit wissen Wir, dass Unsere Überlegung zur nunmehr geltenden Kanonisation dieser Frau, die mit heiligem Leben und theologischem Wissen ausgezeichnet ist, in der Kirche geistliche Früchte bringen wird. Denn Hildegard gab sich ganz der Sache Gottes hin, die sie sich mit Treue und Beständigkeit innigst zu eigen machte, und bezeugte täglich, dass Gott und dass Gottes Reich den ersten Platz einnahm. Aus ihrer Verbundenheit mit Christus floss wie aus einer Quelle ihre geistige Fruchtbarkeit, die ihre Zeit erleuchtete und sie zu einem unvergänglichen Vorbild der Wahrheitssuche und des Dialogs mit der Welt machte. Die Frauen können in ihr ein mächtig leuchtendes, ganz erfülltes Lebensbeispiel entdecken: In der Nachahmung der Jungfrau Maria war Hildegard der vorzüglichsten Eigenschaften der Frauen teilhaftig: Sie bezeugte Tapferkeit, Milde, Stärke und Ausgeglichenheit, Heiterkeit der Seele und mütterliche Fürsorge und bemühte sich auf eine außergewöhnliche Weise um das kirchliche Leben des Leibes Christi. In Anbetracht ihres Einsatzes und ihres geistlichen Charismas verstehen Wir besser und tiefer die treffende Einsicht Unseres Vorgängers, des seligen Johannes Pauls II., der in seinem apostolischen Schreiben Mulieris dignitatis vom 15. August 1987 von den „weiblichen Charismen“ und deren vielfältigen Formen sprach.

 Schließlich wollen Wir, dass diese unsere Entscheidung fest, unveränderlich und unwiderruflich sei, und Wir wünschen, dass sowohl die Hirten der Kirche als auch die Gläubigen sie freudig und dankbar aufnehmen. Mögen sie alle das Licht betrachten, das aus den Tugenden und der Weisheit der heiligen Hildegard fließt, Gott Lob singen und in der Gemeinschaft mit den heiligen Aposteln Petrus und Paulus und mit allen Bewohnern des Himmels auf dem Weg der Heiligkeit mit Eifer voranschreiten.

 Rom bei St. Peter,

 am 10. Mai des 2012. Jahres des Herrn, im achten Jahr meines Pontifikats.“

 

III. KIRCHENLEHRERIN

Mit dieser formellen Heiligsprechung war auch der Weg der Ernennung der hl. Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin geebnet. Als Kirchenlehrer (lateinisch doctores ecclesiae) werden jene von der Kirche offiziell ernannten Heiligen bezeichnet, die sich durch Heiligkeit des Lebens, orthodoxen Glauben und herausragende Lehre auszeichnen. In der theologischen Beweisführung nehmen sie einen besonderen Platz ein. In den Ostkirchen (orthodoxe und altorientalische Kirchen) erfolgt eine solche Ernennung relativ spontan, während in der römisch-katholischen Kirche die Erhebung zum Kirchenlehrer formell ausgesprochen wird. 

 Die Kirchenlehrer Hieronymus, Ambrosius von Mailand, Augustinus von Hippo, Papst Gregor d. Gr., Johannes Chrysostomos, Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz und Athanasius von Alexandria werden von beiden Kirchen als Kirchenlehrer bezeichnet.

 Die Erhebung der hl. Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin erfolgte am Sonntag, den 7. Oktober 2012, in großer Feierlichkeit auf dem Petersplatz in Rom durch das hier wiedergegebene Apostolische Schreiben:

APOSTOLISCHES SCHREIBEN

Die heilige Hildegard von Bingen,

Nonne des Ordens des heiligen Benedikt,

wird zur Kirchenlehrerin ernannt

BENEDIKT PP. XVI

Zum ewigen Gedächtnis

 1. „Licht ihres Volkes und ihrer Zeit“: Mit diesen Worten bezeichnete Unser ehrwürdiger Vorgänger, der sel. Johannes Paul II., die hl. Hildegard von Bingen im Jahr 1979 anlässlich des 800. Todestages der deutschen Mystikerin. Und tatsächlich hebt sich vor dem Horizont der Geschichte diese große Frauengestalt durch die Heiligkeit ihres Lebens und die Originalität ihrer Lehre ab. Ja, wie bei jeder echten menschlichen und theologalen Erfahrung reicht ihr Ansehen weit über die Grenzen einer Epoche und einer Gesellschaft hinaus, und ungeachtet der zeitlichen und kulturellen Distanz erweist sich ihr Denken von bleibender Aktualität.

 In der hl. Hildegard von Bingen offenbart sich eine außergewöhnliche Harmonie zwischen Lehre und täglichem Leben. In ihr kommt die Suche nach dem Willen Gottes in der Nachfolge Christi als eine ständige Übung der Tugenden zum Ausdruck, die sie mit höchster Großherzigkeit übt und die sie aus den biblischen, liturgischen und patristischen Wurzeln im Licht der Regel des hl. Benedikt nährt: In ihr erstrahlt auf besondere Weise ihre beharrliche Übung des Gehorsams, der Einfachheit, der Nächstenliebe und der Gastfreundschaft. Die Benediktiner-Äbtissin versteht es, in diesen Willen zur vollkommenen Zugehörigkeit zum Herrn ihre ungewöhnlichen menschlichen Gaben, ihren scharfen Verstand und ihre Fähigkeit zur Durchdringung der himmlischen Wirklichkeit einzubringen.

 2. Hildegard wurde 1089 in Bermersheim bei Alzey geboren; ihre Eltern waren vermögende adelige Großgrundbesitzer. Im Alter von acht Jahren wurde sie als Oblatin in der Benediktinerinnenabtei Disibodenberg aufgenommen, wo sie 1115 die Ordensprofess ablegte. Nach dem Tod von Jutta von Sponheim um 1136 wurde Hildegard zu ihrer Nachfolgerin als magistra, Meisterin, ernannt. Von schwacher physischer Gesundheit, aber mit einem starken Geist ausgestattet, bemühte sie sich mit besonderer Sorgfalt um eine angemessene Erneuerung des Ordenslebens. Grundlage ihrer Spiritualität war die benediktinische Ordensregel, welche die spirituelle Ausgewogenheit und die asketische Mäßigung als Wege zur Heiligkeit aufzeigt. Infolge des zahlenmäßigen Zuwachses von Nonnen, der vor allem dem hohen Ansehen ihrer Person zuzuschreiben war, gründete sie um das Jahr 1150 auf einem Hügel – dem Rupertsberg bei Bingen – ein Kloster, wohin sie mit 20 Mitschwestern übersiedelte.

 1165 errichtete sie in Eibingen, auf der anderen Seite des Rheins, ein weiteres Kloster. Sie war Äbtissin beider Klöster. Innerhalb der Klostermauern kümmerte sie sich um das geistliche und materielle Wohl der Mitschwestern, indem sie im Besonderen das Gemeinschaftsleben, die Kultur und die Liturgie förderte. Außerhalb des Klosters bemühte sie sich aktiv um die Stärkung des christlichen Glaubens und die Festigung der religiösen Praxis, indem sie den häretischen Tendenzen der Katharer entgegentrat, mit ihren Schriften und der Predigt die Reform der Kirche förderte und zur Besserung der Disziplin und der Lebensführung des Klerus beitrug. Auf Einladung zuerst von Hadrian IV. und dann von Alexander III. übte Hildegard ein fruchtbares Apostolat aus – zur damaligen Zeit keineswegs üblich für eine Frau –, unternahm mehrere Reisen, die nicht ohne Gefahren und Schwierigkeiten waren, um sogar auf öffentlichen Plätzen und in verschiedenen Kathedralen zu predigen, wie unter anderem in Köln, Trier, Lüttich, Mainz, Metz, Bamberg und Würzburg. Die in ihren Schriften gegenwärtige tiefe Spiritualität übt einen beträchtlichen Einfluss sowohl auf die Gläubigen wie auf große Persönlichkeiten ihrer Zeit aus, indem sie sie in eine wirksame Erneuerung der Theologie, der Liturgie, der Naturwissenschaften und der Musik einbezieht. Nachdem Hildegard im Sommer 1179 von einer schweren Krankheit befallen worden war, starb sie im Kreise ihrer Mitschwestern, im Ruf der Heiligkeit am 17. September 1179 im Kloster von Rupertsberg bei Bingen.

 3. In ihren zahlreichen Schriften widmete sich Hildegard ausschließlich der Darlegung der göttlichen Offenbarung und der Verkündigung Gottes in der Klarheit seiner Liebe. Hildegards Lehre gilt sowohl wegen der Tiefe und Korrektheit ihrer Auslegungen als auch wegen der Originalität ihrer Sichtweisen als herausragend. Die von ihr verfassten Texte scheinen von einer echten „intellektuellen Liebe“ beseelt zu sein und verdeutlichen die Dichte und Frische in der kontemplativen Betrachtung des Geheimnisses der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, der Menschwerdung, der Kirche, der Menschheit, der Natur, die als Geschöpf Gottes geschätzt und respektiert werden soll.

 Diese Werke entstehen aus einer tiefen mystischen Erfahrung und bieten eine einprägsame Reflexion über das Geheimnis Gottes. Der Herr hatte sie bereits als Kind an einer Reihe von Visionen teilhaben lassen, von deren Inhalt sie dem Mönch Volmar, ihrem Sekretär und geistlichen Berater, und einer Mitschwester, der Nonne Richardis von Stade, erzählte. Aber besonders erhellend ist das Urteil des hl. Bernhard von Clairvaux, der ihr Mut machte, und vor allem jenes von Papst Eugen III., der sie 1147 dazu ermächtigte, zu schreiben und in der Öffentlichkeit zu reden. Das theologische Nachdenken erlaubt es Hildegard, den Inhalt ihrer Visionen zu thematisieren und wenigstens teilweise zu begreifen. Außer Bücher über Theologie und Mystik verfasste sie auch Werke zu Medizin und Naturwissenschaften. Sehr zahlreich sind auch die von ihr hinterlassenen Briefe – ungefähr 400 –, die sie an einfache Menschen, an Ordensgemeinschaften, an Päpste, Bischöfe und weltliche Autoritäten ihrer Zeit gerichtet hat. Sie war auch Komponistin geistlicher Musik. Die Sammlung ihrer Schriften lässt sich hinsichtlich des Umfangs, der Qualität und der Vielfalt von Interessen mit keiner anderen Autorin des Mittelalters vergleichen.

 Die Hauptwerke sind: Scivias (Wisse die Wege), Liber vitae meritorum (Buch der Verdienste des Lebens) und Liber divinorum operum (Buch der göttlichen Werke). Alle erzählen von ihren Visionen und von dem vom Herrn erhaltenen Auftrag, sie niederzuschreiben. Keine geringere Bedeutung haben im Bewusstsein der Verfasserin die Briefe, die von Hildegards Aufmerksamkeit für das Geschehen ihrer Zeit Zeugnis geben, das sie im Licht des göttlichen Geheimnisses deutet. Dazu kommen 58 Predigten, die ausschließlich an ihre Mitschwestern gerichtet sind. Es handelt sich um Expositiones evangeliorum, also Auslegungen der Evangelien, die einen wörtlichen und moralischen Kommentar zu den für die Hauptfeste des Kirchenjahres vorgesehenen Abschnitten der Evangelien enthalten.

 Die Arbeiten künstlerischen und wissenschaftlichen Charakters konzentrieren sich in besonderer Weise auf die Musik, mit der Symphonia armoniae caelestium revelationum; auf die Medizin mit dem Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum und mit der Schrift Causae et curae; über die Naturwissenschaften mit der Physica. Schließlich sind auch Schriften sprachwissenschaftlichen Charakters zu nennen, wie die Lingua ignota und die Litterae ignotae, in denen Worte in einer unbekannten, von ihr erfundenen Sprache aufscheinen, die aber vorwiegend aus in der deutschen Sprache vorhanden Phonemen zusammengesetzt sind. Die von einem originellen und ausdrucksstarken Stil gekennzeichnete Sprache Hildegards greift gern zu poetischen Ausdrücken von starker Symbolkraft, mit treffenden Eingebungen, einprägsamen Analogien und beeindruckenden Metaphern.

 4. Mit scharfsinniger, weiser und prophetischer Sensibilität richtet Hildegard den Blick auf das Ereignis der Offenbarung. Ihre Untersuchung entwickelt sich von dem biblischen Ereignis her, mit dem sie in den nachfolgenden Phasen fest verankert bleibt. Der Blick der Mystikerin aus Bingen beschränkt sich nicht darauf, einzelne Fragen anzugehen, sondern sie will eine Synthese des ganzen christlichen Glaubens bieten. In ihren Visionen und in der anschließenden Reflexion fasst sie deshalb die Heilsgeschichte vom Beginn des Universums bis zum Jüngsten Tag zusammen. Die Entscheidung Gottes, das Schöpfungswerk zu vollbringen, ist der erste Abschnitt dieses immensen Weges, der im Licht der Heiligen Schrift von der Errichtung der himmlischen Hierarchie bis zum Fall der Engel und zum Sündenfall der Stammeltern verläuft. Auf dieses Bild vom Anfang folgt die erlösende Menschwerdung des Gottessohnes, das Wirken der Kirche, das in der Zeit das Geheimnis der Menschwerdung fortsetzt, und der Kampf gegen Satan. Die endgültige Ankunft des Reiches Gottes und das Jüngste Gericht werden die Krönung dieses Werkes sein.

 Hildegard stellt sich selbst und uns die grundsätzliche Frage, ob es möglich ist, Gott zu erkennen: das ist die grundlegende Aufgabe der Theologie. Ihre Antwort ist ganz positiv: Der Mensch ist imstande, sich dieser Erkenntnis durch den Glauben wie durch eine Tür zu nähern. Dennoch bewahrt Gott immer seinen Nimbus des Geheimnisses und der Unergründlichkeit. Er wird erkennbar in der Schöpfung, aber diese wird ihrerseits nicht voll erkannt, wenn sie von Gott getrennt wird. Denn die Natur, an sich betrachtet, liefert nur Teilinformationen, die nicht selten Anlass zu Irrtümern und Missbrauch sind. Deshalb braucht es auch in der Dynamik der natürlichen Erkenntnis den Glauben, andernfalls ist die Erkenntnis eingeschränkt, unbefriedigend und irreführend. Die Schöpfung ist ein Akt der Liebe, durch den die Welt aus dem Nichts hervorgehen kann: Deshalb wird die ganze Schar der Geschöpfe wie der Lauf eines Flusses von der göttlichen Liebe durchströmt. Unter allen Geschöpfen liebt Gott besonders den Menschen und verleiht ihm eine außerordentliche Würde, indem er ihm jene Glorie schenkt, welche die gefallenen Engel verloren haben. So kann die Menschheit als der zehnte Chor der Engelshierarchie angesehen werden. Der Mensch vermag allerdings, Gott in sich selbst, das heißt sein Wesen als Individuum in der Dreifaltigkeit der göttlichen Personen, zu erkennen.

 Hildegard nähert sich dem Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit auf der bereits vom hl. Augustinus vorgeschlagenen Linie: Durch Ähnlichkeit mit seiner Struktur als Vernunftwesen ist der Mensch imstande, wenigstens ein Bild von der innersten Wirklichkeit Gottes zu erhalten. Aber erst im Plan der Menschwerdung und der menschlichen Geschichte des Gottessohnes wird dieses Geheimnis dem Glauben und dem Bewusstsein des Menschen zugänglich. Die heilige und unaussprechliche Dreifaltigkeit in der höchsten Einheit blieb den Knechten des alten Gesetzes verborgen. Aber in der neuen Gnade wurde es den von der Knechtschaft Befreiten enthüllt.

 Die Dreifaltigkeit ist in besonderer Weise am Kreuz des Sohnes offenbar geworden. Ein zweiter „Ort“, an dem sich Gott zu erkennen gibt, ist sein in den Büchern des Alten und des Neuen Testaments enthaltenes Wort. Eben deshalb, weil Gott „spricht“, ist der Mensch zum Hören aufgerufen. Diese Auffassung gibt Hildegard die Gelegenheit, ihre Lehre über den Gesang, besonders den liturgischen Gesang, darzulegen. Der Klang des Gotteswortes schafft Leben und offenbart sich in den Geschöpfen. Auch die nicht mit Vernunft ausgestatteten Wesen werden dank des Schöpfungswortes in die schöpferische Dynamik einbezogen. Aber natürlich ist der Mensch das Geschöpf, das mit seiner Stimme auf die Stimme des Schöpfers antworten kann. Und er kann das hauptsächlich auf zwei Weisen tun: in voce oris – mit der Stimme des Mundes, das heißt in der Feier der Liturgie – und in voce cordis, mit der Stimme des Herzens, das heißt durch ein tugendhaftes und heiligmäßiges Leben. Das ganze menschliche Leben kann daher als eine Harmonie und eine Symphonie interpretiert werden.

 5. Hildegards Anthropologie geht vom biblischen Bericht über die Erschaffung des Menschen nach dem Abbild und Gleichnis Gottes (Gen 1,26) aus. Nach der auf die Bibel gegründeten Kosmologie Hildegards enthält der Mensch alle Elemente der Welt, weil in ihm, der aus derselben Materie wie die Schöpfung geformt ist, das gesamte Universum zusammengefasst ist. Deshalb kann er bewusst zu Gott in Beziehung treten. Das geschieht nicht durch eine direkte Schau, sondern nach dem berühmten Pauluswort „wie in einem Spiegel“ (1 Kor 13,12). Das göttliche Bild im Menschen besteht in seiner Vernunftbegabtheit, die in Verstand und Willen gegliedert ist. Dank des Verstandes ist der Mensch dazu fähig, Gut und Böse zu unterscheiden, dank des Willens wird er zum Handeln angespornt. Der Mensch wird als Einheit von Leib und Seele gesehen. Bei der deutschen Mystikerin stellt man eine positive Wertschätzung der Leiblichkeit fest, und auch in den Zeichen der Gebrechlichkeit, die der Leib aufweist, vermag sie einen von der Vorsehung bestimmten Wert zu erfassen: Der Leib ist nicht eine Last, von der man sich befreien muss, und selbst wenn er schwach und gebrechlich ist, „erzieht“ er den Menschen zum Sinn für die Kreatürlichkeit und Demut, indem er ihn vor dem Hochmut und der Arroganz schützt. In einer Vision erschaut Hildegard die Seelen der Seligen des Paradieses, die darauf warten, sich wieder mit ihren Leibern zu vereinigen.

 Denn wie beim Leib Christi werden auch unsere Körper durch eine tiefgreifende Umgestaltung für das ewige Leben auf die glorreiche Auferstehung ausgerichtet. Die Gottesschau, in der das ewige Leben besteht, kann ohne den Leib nicht endgültig erreicht werden. Der Mensch existiert in der Gestalt des Mannes und der Frau. Hildegard erkennt, dass in dieser Seinsstruktur des menschlichen Zustands eine Beziehung der Gegenseitigkeit und eine wesentliche Gleichheit zwischen Mann und Frau ihre Wurzel hat. Im Menschsein wohnt jedoch auch das Geheimnis der Sünde, und diese tritt zum ersten Mal in der Geschichte gerade in dieser Beziehung zwischen Adam und Eva zutage. Im Unterschied zu anderen mittelalterlichen Autoren, die die Ursache für den Sündenfall in der Schwäche Evas sahen, begreift Hildegard sie vor allem aus Adams maßloser Leidenschaft für Eva.

 Auch in seinem Zustand als Sünder bleibt der Mensch weiterhin zum Empfänger der Liebe Gottes bestimmt, weil diese Liebe bedingungslos ist und nach dem Sündenfall das Antlitz der Barmherzigkeit annimmt. Selbst die Bestrafung, die Gott dem Mann und der Frau auferlegt, lässt die barmherzige Liebe des Schöpfers zum Vorschein kommen. In diesem Sinn ist die zutreffendste Beschreibung des Geschöpfes die eines Wesens, das unterwegs ist, eines homo viator. Auf dieser Pilgerschaft zur ewigen Heimat ist der Mensch zu einem Kampf aufgerufen, um ständig das Gute wählen und das Böse vermeiden zu können.

 Die ständige Wahl des Guten bringt ein tugendhaftes Dasein hervor. Der Mensch gewordene Gottessohn ist der Träger aller Tugenden, weshalb die Nachahmung Christi in einem tugendhaften Leben in der Gemeinschaft mit Christus besteht. Die Kraft der Tugenden stammt von dem in die Herzen der Gläubigen ausgegossenen Heiligen Geist, der ein ständig tugendhaftes Verhalten möglich macht: Das ist das Ziel des menschlichen Daseins. Auf diese Weise erfährt der Mensch seine nach Christus gestaltete Vollkommenheit.

 6. Um dieses Ziel erreichen zu können, hat der Herr seiner Kirche die Sakramente geschenkt. Das Heil und die Vollkommenheit des Menschen erfüllen sich nämlich nicht allein durch eine Willensanstrengung des Menschen, sondern durch die Gnadengabe, die Gott in der Kirche gewährt. Die Kirche selbst ist das erste Sakrament, das Gott in die Welt stellt, damit er den Menschen das Heil mitteilt. Sie ist das „aus den lebenden Seelen errichtete Gebäude“ und kann mit Recht als Jungfrau, Braut und Mutter angesehen werden und wird daher in engen Vergleich mit der historischen und mystischen Gestalt der Muttergottes gestellt. Die Kirche vermittelt das Heil vor allem durch Verkündigung der zwei großen Geheimnisse der Dreifaltigkeit und der Menschwerdung – gleichsam der zwei „wichtigsten Sakramente“ – und dann durch die Verwaltung der anderen Sakramente. Der Höhepunkt des sakramentalen Charakters der Kirche ist die Eucharistie.

 Die Sakramente sorgen für die Heiligung der Gläubigen, für die Rettung und Läuterung von den Sünden, für die Erlösung, für die Liebe und für alle anderen Tugenden. Aber noch immer lebt die Kirche, weil in ihr Gott seine innertrinitarische Liebe zum Ausdruck bringt, die in Christus offenbar geworden ist. Der Herr Jesus ist der Mittler schlechthin. Aus dem dreifaltigen Schoß kommt er dem Menschen und aus dem Schoß Mariens kommt er Gott entgegen: Als Sohn Gottes ist er die fleischgewordene Liebe, als Sohn Mariens ist er der Vertreter der Menschheit vor dem Thron Gottes.

 Der Mensch kann schließlich sogar Gott erfahren. Die Beziehung zu ihm erschöpft sich nämlich nicht im bloßen Bereich des rationalen Denkens, sondern bezieht die ganze Person mit ein. Alle äußeren und inneren Sinne des Menschen sind an der Gotteserfahrung beteiligt: „Homo autem ad imaginem et similitudinem Dei factus est, ut quinque sensibus corporis sui operetur; per quos etiam divisus non est, sed per eos est sapiens et sciens et intellegens opera sua adimplere. […] Sed et per hoc, quod homo sapiens, sciens et intellegens est, creaturas conosci; itaque per creaturas et per magna opera sua, quae etiam quinque sensibus suis vix comprehendit, Deum cognoscit, quem nisi in fide videre non valet“ [„Der Mensch ist nämlich nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen worden, damit er durch die fünf Sinne seines Leibes handle; dank ihrer ist er nicht abgetrennt und ist imstande zu erkennen, zu verstehen und zu begreifen, was er tun soll (…), und eben dadurch, das heißt aufgrund der Tatsache, dass der Mensch intelligent ist, erkennt er die Geschöpfe und durch die Geschöpfe und die großen Werke, die mit seinen fünf Sinnen zu verstehen ihm mühsam gelingt, kennt er Gott, jenen Gott, der nur mit den Augen des Glaubens gesehen werden kann“] (Explanatio Symboli Sancti Athanasii: PL 197,1066). Dieser Erfahrungsweg findet seine Erfüllung wiederum in der Teilnahme an den Sakramenten. Hildegard sieht auch die im Leben der einzelnen Gläubigen vorhandenen Widersprüche und prangert die am meisten beklagenswerten Situationen an. In besonderer Weise hebt sie hervor, dass der Individualismus in Lehre und Praxis sowohl der Laien wie der geweihten Personen ein Ausdruck von Hochmut ist und das Haupthindernis für den Evangelisierungsauftrag unter den Nichtchristen darstellt.

 Einer der Höhepunkte von Hildegards Lehre ist die klare Aufforderung zur Tugendhaftigkeit gerade an jene, die in einem geweihten Stand leben. Ihr Verständnis des geweihten Lebens ist eine wahre „theologische Metaphysik“, weil es fest in der theologischen Tugend des Glaubens wurzelt, die Quelle und ständige Motivation dafür ist, sich gründlich in Gehorsam, Armut und Keuschheit zu engagieren. In der Verwirklichung der evangelischen Räte teilt die geweihte Person die Erfahrung des armen, keuschen und gehorsamen Christus und folgt im täglichen Leben seinen Spuren. Das ist das Wesensmerkmal des geweihten Lebens.

 7. Die herausragende Lehre Hildegards spiegelt die Lehre der Apostel, die Literatur der Kirchenväter und die Werke von Autoren ihrer Zeit wider, während sie in der Regel des hl. Benedikt von Nursia einen ständigen Bezugspunkt findet. Die klösterliche Liturgie und die Verinnerlichung der Heiligen Schrift stellen die Leitlinien ihres Denkens dar, das sich auf das Geheimnis der Menschwerdung konzentriert und zugleich in einer tiefen stilistischen und inhaltlichen Einheit zum Ausdruck kommt, die alle ihre Schriften durchzieht.

Die Lehre der heiligen Benediktinerin stellt sich als ein Wegweiser für den homo viator dar. Ihre Botschaft erscheint außerordentlich aktuell in der heutigen Welt, die für das Gesamtbild der von ihr vorgeschlagenen und gelebten Werte besonders empfänglich ist. Wir denken zum Beispiel an Hildegards charismatische und spekulative Fähigkeit, die wie ein lebendiger Ansporn zur theologischen Forschung erscheint; an ihr Nachdenken über das in seiner Schönheit betrachtete Geheimnis Christi; an den Dialog der Kirche und der Theologie mit der Kultur, der Wissenschaft und der zeitgenössischen Kunst; an das Ideal des geweihten Lebens als Möglichkeit menschlicher Verwirklichung; an die Aufwertung der Liturgie als Feier des Lebens; an die Idee einer Reform der Kirche, nicht als sterile Veränderung der Strukturen, sondern als Umkehr des Herzens; an ihre Feinfühligkeit für die  Natur, deren Gesetze zu schützen sind und nicht verletzt werden dürfen.

 Daher hat die Zuerkennung des Titels Kirchenlehrerin der Gesamtkirche an Hildegard von Bingen große Bedeutung für die heutige Welt und außerordentliche Bedeutung für die Frauen. In Hildegard kommen die edelsten Werte der Fraulichkeit zum Ausdruck: Deshalb wird von ihrer Gestalt her auch die Anwesenheit der Frau in der Kirche und in der Gesellschaft aus der Sicht sowohl der wissenschaftlichen Forschung wie des pastoralen Wirkens beleuchtet. Ihre Fähigkeit, zu denen zu sprechen, die dem Glauben und der Kirche fernstehen, machen Hildegard zu einer glaubwürdigen Zeugin der Neuevangelisierung. Kraft des Rufes der Heiligkeit und ihrer herausragenden Lehre hat am 8. März 1979 Kardinal Joseph Höffner, Erzbischof von Köln und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, zusammen mit den Kardinälen, Erzbischöfen und Bischöfen dieser Konferenz, der damals auch Wir als Kardinalerzbischof von München und Freising angehörten, dem sel. Johannes Paul II. die Bitte unterbreitet, dass Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin erklärt werden möge. In der Bittschrift hob der hochwürdigste Purpurträger die im 12. Jahrhundert von Papst Eugen III. anerkannte Rechtgläubigkeit von Hildegards Lehre, ihre ständig ausgewiesene und vom Volk gefeierte Heiligkeit sowie das Ansehen ihrer Traktate hervor. Zu diesem Ersuchen der Deutschen Bischofskonferenz sind im Laufe der Jahre weitere hinzugekommen, als erstes jenes der Nonnen des nach ihr benannten Klosters von Eibingen. Zu dem gemeinsamen Wunsch des Gottesvolkes, Hildegard sollte offiziell als heilig ausgerufen werden, ist dann die Bitte hinzugekommen, sie möge auch zur „Kirchenlehrerin der Gesamtkirche“ ausgerufen werden.

 Mit Unserer Zustimmung bereitete deshalb die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse sorgfältig eine Positio super canonizatione et concessione tituli Doctoris Ecclesiae universalis für die Mystikerin aus Bingen vor. Da es sich um eine angesehene Lehrmeisterin der Theologie handelt, der viele und angesehene Studien gewidmet wurden, haben wir die von Artikel 73 der Apostolischen Konstitution Pastor bonus vorgesehene Dispens gewährt. Der Fall wurde also von den bei der Plenarsitzung am 20. März 2012 versammelten Kardinälen und Bischöfen unter Vorsitz des Referenten des Falles, des hochwürdigsten Herrn Kardinals Angelo Amato, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, mit einstimmig positivem Ausgang geprüft. In der Audienz vom 10. Mai 2012 hat uns Kardinal Amato selbst detailliert über den status quaestionis und über die einhellige Zustimmung der Bischöfe bei der erwähnten Plenarsitzung der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse informiert.

 Am 27. Mai 2012, dem Pfingstsonntag, hatten Wir die Freude, zu Beginn der Versammlung der Bischofssynode und am Vorabend des „Jahres des Glaubens“ auf dem Petersplatz der Menge der aus der ganzen Welt zusammengeströmten Pilger die Nachricht von der Zuerkennung des Titels Kirchenlehrer an die Heilige Hildegard von Bingen und an den Heiligen Johannes von Avila mitzuteilen. Das ist also heute mit Gottes Hilfe und unter dem Beifall der ganzen Kirche geschehen. Auf dem Petersplatz haben Wir in Anwesenheit vieler Kardinäle und Bischöfe der Römischen Kurie und der katholischen Kirche, indem Wir das Vollbrachte bestätigten, und mit großer Freude über die Befriedigung der Wünsche der Bittsteller, während des eucharistischen Opfers folgende Worte gesprochen: „Indem Wir den Wunsch vieler Brüder im Bischofsamt und vieler Gläubigen der ganzen Welt annehmen, nachdem Wir das Gutachten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse erhalten und lange darüber nachgedacht haben und zu einer vollen und sicheren Überzeugung gelangt sind, erklären Wir mit der vollen apostolischen Autorität den hl. Johannes von Avila, Weltpriester, und die hl. Hildegard von Bingen, Nonne des Ordens des hl. Benedikt, zu Kirchenlehrern. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Das beschließen und ordnen Wir an, indem Wir festlegen, dass dieses Schreiben immer sicher, gültig und wirksam sei und bleibe und dass es seine vollen und unverkürzten Wirkungen erziele und erreiche, und dass man es dementsprechend beurteile und definiere. Außerdem wird entschieden und festgelegt, dass es vergeblich und zwecklos ist, hieran bewusst oder unbewusst etwas zu ändern, gleich von welcher Seite es ausgehen mag und mit welcher Autorität auch immer.

 Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, mit dem Siegel des Fischers, am 7. Oktober 2012, dem achten Jahr Unseres Pontifikats.

BENEDIKT PP. XVI

 

IV. SCHLUSSBEMERKUNG

  Die hl. Hildegard ist damit neben Thérèse von Lisieux, Teresa von Ávila und Katharina von Siena die vierte Frau, der dieser hohe Titel zugesprochen wurde, und zugleich auch die erste deutsche Kirchenlehrerin. Mit ihr steigt die Zahl der Kirchenlehrer in der römisch-katholischen Kirche auf 35 Heilige, wie die nachfolgende alphabetische Auflistung zeigt:

● Albertus Magnus (um 1200 –1280), deutscher Universalgelehrter

● Alfons Maria von Liguori (1696 –1787), italienischer Jurist, Bischof und     Ordensgründer

● Ambrosius von Mailand (um 340 –397), Bischof von Mailand

● Anselm von Canterbury (um 1033 –1109), Erzbischof von Canterbury und Begründer der Scholastik

● Antonius von Padua (1195 –1231), portugiesischer Franziskaner und Prediger

● Athanasius der Große (um 298 –373), Bischof von Alexandria

● Augustinus von Hippo (354 – 430), Bischof von Hippo

● Basilius von Caesarea (um 330 –379), Bischof von Cäsarea

● Beda Venerabilis (um 673 –735), englischer Benediktiner und Geschichtsschreiber

● Bernhard von Clairvaux (um 1090 –1153), französischer Zisterzienser und Mystiker

● Ephraem der Syrer (um 306 –373), Einsiedler

● Franz von Sales (1567–1622), französischer Ordensgründer und Mystiker

● Gregor der Große (um 540 – 604), Papst

● Gregor von Nazianz (um 329 –390), Patriarch von Konstantinopel

● Hieronymus (347– 420), Bibelübersetzer

● Hilarius von Poitiers (um 315 –367), Bischof von Poitiers

● Hildegard von Bingen (1106 –1179), Äbtissin und Gelehrte

● Isidor von Sevilla (um 560 – 636), Bischof von Sevilla

● Johannes Bonaventura (1221–1274), Franziskaner und Bischof von Albano

● Johannes Chrysostomos (344/349 – 407), Erzbischof von Konstantinopel

● Johannes vom Kreuz (1542–1591), spanischer Karmelit, Mystiker und Ordensgründer

● Johannes von Avila (1499 – 1569), Prediger und Gelehrter

● Johannes von Damaskus (um 650 –749), orthodoxer Mönch und Dogmatiker

● Katharina von Siena (1347–1380), italienische Mystikerin

● Kyrill von Alexandria (um 375/380 – 444), Patriarch von Alexandria

● Kyrill von Jerusalem (um 315 –386), Bischof von Jerusalem

● Laurentius von Brindisi (1559 –1619), italienischer Kapuziner

● Leo der Große (um 400 – 461), Papst

● Petrus Canisius (1521–1597), erster deutscher Jesuit

● Petrus Chrysologus (um 380 – 451), Bischof von Ravenna

● Petrus Damiani (um 1006 –1072), italienischer Bischof

● Robert Bellarmin (1542–1621), italienischer Jesuit

● Teresa von Ávila (1515 – 1582), spanische Karmelitin, Mystikerin und Ordensgründerin

● Thérèse von Lisieux (1873 –1897), französische Karmelitin

● Thomas von Aquin (um 1225 –1274), italienischer Dominikaner und Hauptvertreter der Scholastik

 

L i t e r a t u r

 

Werke

Christianorum. Continuatio Mediaevalis. XLIII. Turnholti 1978.

Hildegardis Liber Vitae Meritorum. Edidit Angela Carlevaris O.S.B. In: Corpus Christianorum. Continuatio Mediaevalis XV. Turnholti l995.

Hildegardis Bingensis Liber Divinorum Operum. Cura et studio A. Derolez et P. Dronke. In: Corpus Christianorum. Continuatio Mediaevalis XCII. Turnholti 1996.

Deutsche Ausgabe

Wisse die Wege. Der heiligen Hildegard von Bingen Wisse die Wege. Scivias. Nach dem Urtext des Wiesbadener kleinen Hildegard-Kodex ins Deutsche übertragen und bearbeitet von Maura Böckeler. Salzburg: Otto Müller, 61976.

Heilkunde. Das Buch von dem Grund und der Heilung der Krankheiten. Nach den Quel­len übersetzt und erläutert von Heinrich Schipperges. Salzburg: Otto Müller, 41981.

Naturkunde. Das Buch von dem innersten Wesen der verschiedenen Naturen in der Schöpfung. Nach den Quellen übersetzt und erläutert von Peter Riethe. Salzburg: Otto Müller, 1959.

Briefwechsel. Nach den ältesten Handschriften übersetzt und nach den Quellen erläutert von Adelgundis Führkötter. Salzburg: Otto Müller, 1965.

Welt und Mensch. Das Buch „De operatione Dei“. Aus dem Genter Kodex übersetzt und erläutert von Heinrich Schipperges. Salzburg: Otto Müller, 1965.

Lieder. Nach den Handschriften herausgegeben von Pudentiana Barth, M. Immaculata Ritscher und Joseph Schmidt-Görg. Salzburg: Otto Müller, 1969.

Der Mensch in der Verantwortung. Das Buch der Lebensverdienste (Liber Vitae Meri­torum). Nach den Quellen übersetzt und erläutert von Heinrich Schipperges. Salzburg: Otto Müller, 1972.

Das Buch von den Steinen. Nach den Quellen übersetzt und erläutert von Peter Riethe.  Salzburg: Otto Müller, 1979.

Hildegardis <Bingensis>: Heilige Inspiration. Neu übers. und hrsg. von Matthias Hackemann. Köln: Anaconda, 2007.


Biographie

Forster, Edeltraud (Hg.): Hildegard von Bingen: Prophetin durch die Zeiten. Zum 900. Geburtstag. Freiburg: Herder, 1997.

 

Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch, IGW, Postfach 8, A-6010 Innsbruck

info@igw-resch-verlag.at

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch