GRENZGEBIETE DER WISSENSCHAFT (GW)

58. Jahrgang... 2009.  Innsbruck : Resch

Leitartikel

Roland Benedikter: Jahrzehnt des Gehirns, des Verstandes – oder der Vernunft?Die vierte Vorbereitungstagung zu einem internationalen „Jahrzehnt des Bewusstseins“ in Albuquerque, New Mexico 195
Imre Koncsik: Geist, Gehirn und Materie. Eine synergetische Interaktion 223
Angelika Neuwirth: Blut und Mythos in der islamischen Kultur 321
Maria Pilar Ramiro de Pano: Zum Gedenken an Germán de Argumosa. Begründer der Parapsychobiophysik in Spanien 135
Lothar Schäfer: Die Quantenwirklichkeit und der Niedergang des Darwinismus. Zum Verständnis der Entwicklungsgeschichte des Lebens in Übereinstimmung mit dem Paradigmenwechsel der Physik und Chemie 291
Lothar Schäfer: Paraklase der Weltsicht – Paraklase der Gottessicht. Wie die Umwälzungen in den Naturwissenschaften globale, politische, soziale und religiöse Umwälzungen anzeigen und nach sich ziehen 3
Kerstin Schlögl-Flierl: Glück ist mehr wert – verstanden als Mehrwert 49
Michael Schröter-Kunhardt: Nah-Todeserfahrungen im Vergleich mit den Wunder- und Erscheinungsberichten im Neuen Testament. Jesus ist das einzige Foto, das wir von Gott haben 99
Ferdinand Zahlner: Personenlexikon zur Paranormologie 61, 171, 251, 351

Diskussionsforum

Die Ulrichskapelle in Standorf und das Grabtuch 271
Heinrich Beck: Evolution und Gott („Creatio continua“ als Grundlage der Evolution) 183
Wo bleibt Gott in der Evolution? (Imre Koncsik) 73

Aus Wissenschaft und Forschung

„Der unrühmliche Nebel aus dem Norden beginnt sich zu lichten! Was kann man sich unter der Quantenmechanik vorstellen?“ (Karl Goser) 78
Die Biologische Uhr und MAGEL2 80
Die Unschuld der Templer. 1308 durch Papst Clemens V. freigesprochen 273

Dokumentation

Basler Psi-Tage 82
Gertrude Schmeidler (1912–2009) 370
Hellmut Hofmann (1921–2009) 371
Natuzza Evolo verh. Nolace (1924–2009) 367
30 Jahre IGW 81
400 Jahre astronomische Forschung mit dem Fernrohr 85
200. Geburtstag von Charles Darwin 86

Nachrichten

Aramäische Schriftzeichen auf dem Grabtuch von Turin 279
Ausstellung des Grabtuches 2010 279
Film über Hildegard von Bingen 280
Grabtuch und Templer 279
Ritualmorde an Albinos in Tansania 280
Unsere Liebe Frau von Guadalupe wissenschaftlich nicht erklärbar 280

Bücher und Schriften

Fox, Mark: Spiritual Encounters with Unusual Light Phenomena: Lightforms (A. Puhle) 88
Gassen, Hans Günter: Das Gehirn (A. Resch) 282
Hell, Daniel: Die Wiederkehr der Seele. Wir sind mehr als Gehirn und Geist (A. Resch) 185
Kilga, Bernhard: Autonomie und Glaube (A. Resch) 375
Klose, Joachim / Oehler, Jochen (Hrsg.): Gott oder Darwin? Vernünftiges Reden über Schöpfung und Evolution (E. Luther) 91
Kusch, Heinrich: Tore zur Unterwelt: das Geheimnis der unterirdischen Gänge aus uralter Zeit... (A. Resch) 374
Mayer, Gerhard: Arkane Welten. Biografien, Erfahrungen und Praktiken zeitgenössischer Magier (A. Resch) 187
Metzler Lexikon Philosophie. Begriffe und Definitionen (A. Resch) 94
Müller-Funk, Wolfgang / Christa Agnes Tuczay (Hrsg.): Faszination des Okkulten. Diskurse zum Übersinnlichen (A. Resch) 283
Neger, Birgit: Moderne Hexen und Wicca. Aufzeichnungen über eine magische Lebenswelt von heute (A. Resch) 285
Paracelsus – Theophrast Bombast von Hohenheim. Über das Wort Sursum corda – Erhebet die Herzen (A. Resch) 91
Pirschl, Julia: Symbole in magischen Sinnwelten der Moderne: ein Beitrag zu Theorie und Praxis des „Hermetic Order of the Golden Dawn“ 376
Puhle, Annekatrin: Mit Shakespeare durch die Welt der Geister. Geisterberichte aus England, Schottland, Irland, Wales und Cornwall (A. Resch) 375
Resch, Andreas: Die Wunder von Lourdes. 67 anerkannte Heilungen (rm) 96
Rotzetter, Anton: Lexikon christlicher Spiritualität (A. Resch) 87
Schmidt, Christoph: Gemalt für die Ewigkeit. Geschichte der Ikonen in Russland (A. Resch) 286
Schnabel, Jens: Das Menschenbild der Esoterik (A. Resch) 190
Schweer, Wennemar: Abbruch oder Übergang. Die Frage nach Tod und Transzendenz aus theologischer und grenzwissenschaftlicher Sicht (A. Resch) 186
Seele, Katrin: Das bist Du! Das „Selbst“ (atman) und das „Andere“ in der Philosophie der frühen Upanishaden und bei Buddha (A. Resch) 373
Springfeld, Uwe: Menschmaschine, Maschinenmensch: warum wir Maschinen sind, die man nicht nachbauen kann (A. Resch) 287
Stevenson, Leslie: Zehn Theorien zur Natur des Menschen. Konfuzianismus, Hinduismus, Bibel, Platon, Aristoteles, Kant, Marx, Freud, Sartre, Evolutionstheorien (A. Resch) 281
Teichert, Dieter: Einführung in die Philosophie des Geistes (A. Resch) 188

 

GW 2009/1

LEITARTIKEL
Abstracts

Schäfer, Lothar: Paraklase der Weltsicht – Paraklase der Gottessicht. Wie die Umwälzungen in den Naturwissenschaften globale politische, soziale und religiöse Umwälzungen anzeigen und nach sich ziehen. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 1, 3–48.

Ich beschreibe den Umbruch im Weltbild der heutigen Physik und untersuche die These, dass er mit den sich jetzt abzeichnenden globalen politischen, sozialen und religiösen Umwälzungen zusammenhängt. Der Umbruch in der Physik ist eine Folge der Entdeckung der Quantenphysik, dass es einen nicht-empirischen Bereich der Wirklichkeit gibt, der nicht aus Dingen, sondern aus nicht-materiellen Formen besteht. Die Formen bilden den Bereich der Potentialität in der Wirklichkeit, den die Quantenphysik als eine unteilbare Ganzheit postuliert – das Eine, aus dem alle empirischen Phänomene emanieren. Es gibt Anzeichen dafür, dass das Eine sich seiner Prozesse bewusst ist, wie ein Kosmisches Bewusstsein oder Weltgeist. Aus der neuen Weltsicht folgt eine neue Menschheitssicht. Im Gegensatz zur orthodoxen Biologie müssen wir nun annehmen, dass sich das Lebens nicht durch Zufall aus dem Nichts entwickelt, sondern durch die Realisierung einer präetablierten nicht-empirischen Ordnung, die schon existiert, bevor sie sich in der empirischen Welt manifestiert. Zweitens müssen wir vermuten, dass das menschliche Gehirn für die Formen der kosmischen Potentialität empfindlich ist, genauso wie physikalische Messinstrumente für solche Formen (Potentialitätswellen) auf der Quantenebene empfindlich sind. So wie es durch die Evolution von Augen lichtempfindlich geworden ist, ist das Gehirn durch die Evolution einer funktionalen Geometrie potentialwellenempfindlich geworden. Dadurch kann sich das kosmische Feld unserem Bewusstsein mitteilen und auf die Entwicklung unserer Körper und der menschlichen Werte Einfluss nehmen. Insbesondere folgt daraus für die Struktur der Moral, dass diese mit der Struktur der Wirklichkeit identisch ist: Grundlage aller moralischen Handlungen ist eine nicht-empirische und nicht-explizite moralische Form, die in der kosmischen Potentialität existiert und sich in der empirischen Welt in unserem Handeln manifestiert. In Situationen in denen sie benötigt wird, erscheint diese Form in unserem Bewusstsein mit Empfehlungen, wie man so handeln kann, dass es, im Sinne des Einen, richtig ist. Weil diese Form nicht mit Imperativen und Drohungen erscheint, können wir unser ethisches Verständnis auf einer Ebene verwirklichen, wo wir nicht aus Furcht vor Strafe handelt, sondern so, dass der Weltgeist in unserem Handeln ist. Zum Schluss wird untersucht, inwieweit die Änderung der Weltsicht auch eine Änderung der Gottessicht nach sich zieht. Die jetzige Unruhe der Menschen, die nach spirituellen Alternativen zu überkommenen Gottesbildern suchen, muss in diesem Zusammenhang gesehen werden. Gottesbilder sind wie alle Begriffe unseres Bewusstseins Emanationen aus der Potentialität. Wenn das Eine seinen Zustand ändert, dann ändern sich alle seine Emanationen, einschließlich der menschlichen Begriffe. Für die etablierten Religionen bedeutet dies die Notwendigkeit einer Fortlaufenden Reformation ihrer geistlichen Strukturen.

Archetypen
Aristotelische Potentia
Augustinus von Hippo
Bergpredigt
Darwin, Charles
Emanation
Erbsünde
Formen als metaphysisches Seinsprinzip
Ideen (Platon)
Kollektives Gedächtnis
Kollektives Unbewusstes (C. G. Jung)
Kosmische Potentialität
Kosmisches Bewusstsein
Moral /nicht-empirische Form
Nicht-empirische Wirklichkeit
Plotin
Potentialitätswellen
Prä-darwinistische Evolutionstheorie
Quantenkohärenz
Quantenwirklichkeit
Überlagerungszustände
Teleportation von Formen
Transzendente Ordnung
Virtuelle Zustände
Weltgeist

Schäfer, Lothar: Paraclasis of the world view – paraclasis of the view of God. How the changes in natural science imply global political, social and religious changes. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 1, 3 –48.

I describe the revolutionary changes in the worldview of contemporary physics and explore the thesis that they are connected with the current global, political, social and religious changes. The changes in physics follow from the discovery of quantum physics, that a non-empirical part to physical reality exists, which does not consist of things, but of non-material forms. The forms represent the realm of potentiality in physical reality, which quantum physics posits as an indivisible wholeness – the One – out of which the empirical world is an emanation. Indications are that the One is aware of its processes, like a Cosmic Consciousness or Cosmic Spirit. These changes in worldview entail changes in our views of human nature. Contrary to orthodox biology, we must now assume that the evolution of life is not out of nothing and not created by chance, but by the actualization of a pre-established, non-empirical order that already exists before it is manifested in the empirical world. It is now possible to think that the human brain is sensitive to forms in the cosmic field, like measuring instruments in physics are sensitive to such forms (potentiality waves) at the quantum level. In the same way in which it has evolved eyes to become sensitive to light waves, the brain has evolved a functional geometry to become sensitive to potentiality waves. Thus, the cosmic field can instruct our mind and affect the evolution of our bodies and of our understanding of human values. For the specific problem of morality this means that its structure is like the structure of all of reality: empirical moral acts are actualizations of a non-explicit and non-empirical moral form, which exists in the cosmic potentiality and can appear in our consciousness with recommendations for how we can act so that we are acting right. Since this form does not appear with imperatives and threats, we can express our ethical understanding at a level, where we do not act for fear of punishment but in such a way that the Cosmic Spirit is in our actions. Finally, I explore the question to what extent changes in worldview entail changes in the view of God. The current unrest in society, where many are searching for spiritual alternatives outside of the traditional images of God, must be seen in this context. Like all the concepts of our consciousness, the images of God, too, are emanations out of the cosmic potentiality. When the One changes its state, all of its emanations will change, including the concepts of our consciousness. For the established religions this implies the responsibility for ongoing reformation of their spiritual structures.

Archetypes
Aristotelian potentia
Augustinus of Hippo
collective unconscious (C. G. Jung)
Cosmic Consciousness
cosmic memory
cosmic potentiality
Cosmic Spirit
Darwin, Charles
emanation
forms as metaphysical principle of being
ideas (Plato)
morality /non-empirical form
non-empirical reality
Original Sin
Plotinus
potentiality waves
pre-Darwinian theory of evolution
quantum coherence
quantum reality
Sermon on the Mount
superposition states
teleportation of forms
transcendent order
virtual states

Schlögl-Flierl, Kerstin: Glück ist mehr wert – verstanden als Mehrwert. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 1, 49–59.

Dem Glück begegnet die Theologie meist vorsichtig, denn zu sehr scheint ihm eine hedonistische und konsumorientierte Lebenshaltung anzuhaften. Dabei kann Glück, verstanden als Mehrwert, durchaus ‚nachhaltigere‘ Sinnpotenziale beinhalten: sowohl Grenzerfahrungen positiver wie negativer Provenienz als auch verschiedenste Glücksbetrachtungen. Der Artikel versucht die verschiedensten Glückskomposita mit theologischen Spitzenaussagen zu kontrastieren, um den Mehrwert dieses theologischen Glückskonzepts herauszustreichen. Wie das Glück dabei nicht ohne das Unglück gedacht werden kann, so umfassen auch die theologischen Gedanken zum Glück Hoffnung wie Scheitern.

Ethik
Glück
Heil
Hoffnung
Leid
Schuld

Schlögl-Flierl, Kerstin: Happiness is worth more – in the sense of an “added value”. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 1, 49–59.

Most of the time, happiness is treated very cautiously by different theologians because it seems too close to hedonism and consumerism. However, taken in a wider sense, happiness can offer more “sustainable” potentiality. To stress this potentiality happiness is regarded as “Mehrwert”: something which should be valued itself and as a value. To achieve this aim various experiences and concepts of happiness are presented. In the way happiness is connected with unhappiness, the theological thoughts about happiness are developed by considering hope and failure.

Ethics
guilt
happiness
hope
salvation
suffering

ZAHLNER, FERDINAND: Personenlexikon zur Paranormologie . Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 1, 61–72.

RUBRIKEN

Diskussionsforum:
Wo bleibt Gott in der Evolution? (Imre Koncsik)

Aus Wissenschaft und Forschung:
"Der unrühmliche Nebel aus dem Norden beginnt sich zu lichten! Was kann man sich unter der Quantenmechanik vorstellen?" (Karl Goser)

Die Biologische Uhr und MAGEL2

Dokumentation:
30 Jahre IGW
Basler Psi-Tage
400 Jahre astronomische Forschung mit dem Fernrohr
200. Geburtstag von Charles Darwin

GW 2009/2

LEITARTIKEL
Abstracts

SCHRÖTER-KUNHARDT: Nah-Todeserfahrungen im Vergleich mit den Wunder- und Erscheinungsberichten im Neuen Testament. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 2, 99–133

Da die Entstehung des Christentums nach dem Neuen Testament mit außergewöhnlichen Erscheinungen in Verbindung steht, werden diese parapsychologisch oft auch als Spuk und Nahtoderfahrungen gedeutet. Der Beitrag listet die diesbezüglichen Berichte des NT in eingehender Exegese auf und vergleicht sie mit den verschiedenen Aussagen zu den Nahtoderfahrungen. Dabei zeigt sich, dass Leben und Lehre Jesu in ihrer religiösen Bedeutung, ihren verifizierten mystisch-paranormalen Erfahrungen und ihrem Vorbildcharakter alle NDEs bei weitem übertreffen. NDEs können allenfalls religionsverstärkend wirken, in keiner Weise aber die im Neuen Testament beschriebenen außergewöhnlichen Phänomene in ihrer Art und Wirksamkeit erklären. Hier gilt als einziges Kriterium das Wort Jesu: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ (Mt 7,16)

Auferstehung
Esoterik
Jesus
Nahtoderfahrungen
Neues Testament
Offenbarung
Wunder

SCHRÖTER-KUNHARDT: Near-death-experiences compared with the reports on miracles and apparitions in the New Testament. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 2, 99–133

As, according to the New Testament, the origin of Christianity is to be seen in the context of unusual apparitions, these are – from a parapsychological standpoint – often interpreted also as spook and near-death-experiences. The author of this article is referring to the relating reports in the NT in a very detailed way and compares them with the various statements on NDEs. By doing this, it is shown that the life and teachings of Jesus in their religious significance, their verified mystical-paranormal experiences as well as by their exemplary character go far beyond all NDEs. Although the latter may substantiate religious views and attitudes, they cannot give any explanation concerning the character and efficiency of the extraordinary phenomena mentioned in the NT. Here, the only criterion is what Jesus said: “Ye shall know them by their fruits.” (Mt 7,16)

Esoterics
Jesus
miracles
near-death-experiences
New Testament
Resurrection, the
revelation

RAMIRO DE PANO , MARIA PILAR: Zum Gedenken an Germán de Argumosa. Begründer der Parapsychobiophysik in Spanien. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 2, 135–170.

Die Tatsache, dass sich seit dem 19. Jahrhundert zunehmend Persönlichkeiten der sog. etablierten Wissenschaften mit der paranormalen Phänomenik zu befassen begannen, zog auch die Aufmerksamkeit von Germán de Argumosa auf sich. Aufgrund seiner philosophischen Orientierung fokussierte sein Hauptinteresse jedoch auf die Interpretation derselben, deren Implikationen sich für eine systematische Kosmovision als sehr bedeutsam erwiesen, weshalb er diesen Phänomenen von Jugend an bis zuletzt seinen vollen geistigen Einsatz widmete. Eineinhalb Jahre nach Argumosas Tod soll im vorliegenden Beitrag ein kurzes Lebensbild zum Gedenken an den Begründer der Paranormologie (laut Argumosa „Parapsychobiophysik“) in Spanien vorgestellt werden.

Bélmez
Konvergenztheorie
Logik
Paraphonie
Phänomene, paranormale
Präkognition
Prinzip der Widerspruchslosigkeit
Spiritismus
Teleplastiken /Bélmez
Transzendentes Bewusstsein
Unbewusste, das
Zeit


RAMIRO DE PANO, MARIA PILAR: In remembrance of Germán de Argumosa, the founder of parapsychobiophysics in Spain. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 2, 135–170.

The fact that since the 19th century even representatives of the so-called established sciences had begun to attend to paranormal phenomenology also attracted the attention of Germán de Argumosa. Because of his philosophical orientation, however, he was mainly interested in the interpretation of such phenomena the implications of which proved to be very significant for a systematic cosmovision. This is why from his youth he gave them his undivided intellectual attention. One and a half years after his death a short biography in remembrance of the founder of paranormology (or as Argumosa called it, of “parapsychobiophysics”) in Spain is presented by this article.

Bélmez
consistency principle
logics
paraphony
phenomena, paranormal
precognition
spiritism
teleplastics /Bélmez
theory of convergence
time
transcendent consciousness
unconscious, the

ZAHLNER, FERDINAND: Personenlexikon zur Paranormologie . Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 2, 171–182.

RUBRIKEN

Diskussionsforum:
BECK, HEINRICH: Evolution und Gott ("Creatio continua" als Grundlage der Evolution)

 

GW 2009/3

LEITARTIKEL
Abstracts

BENEDIKTER, ROLAND / J. GIORDANO / J. OLDS: Jahrzehnt des Gehirns, des Verstandes – oder der Vernunft? Die vierte Vorbereitungstagung zu einem internationalen „Jahrzehnt des Bewusstseins“ in Albuquerque, New Mexico. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 3, 195–222.

Der Beitrag gibt einen Eindruck über die internationale Wissenschaftsinitiative „Jahrzehnt des Bewusstseins 2010–2020“. Diese soll unter Schirmherrschaft der neuen US-Regierung unter Barack Obama die weltweite Forschung zu Bewusstsein, Gehirn und Geist sammeln und koordinieren. Die drei Autoren schildern Inhalte, Themen und zentrale Probleme der 4. Vorbereitungstagung zu dieser Initiative, die im Februar 2009 an der Universität New Mexico in Albuquerque stattfand und an der sie als Hauptredner teilnahmen. Aus dem Bericht wird einerseits deutlich, dass die globale Bewusstseinsforschung einer der wichtigsten Forschungszweige der Menschheit sein wird mit Auswirkungen nicht nur auf das Selbstverständnis des Menschen, sondern davon ausgehend auch auf Politik, Kultur und Gesellschaft. Andererseits wird klar, dass nur eine transdisziplinäre Blickrichtung angemessene Antworten auf die neuen, hochkomplexen Frage- und Phänomenbereiche liefern wird können.

Bewusstseinsforschung
Gehirn
Geist
Transdisziplinarität

BENEDIKTER, ROLAND / J. GIORDANO / J. OLDS: Decade of the Brain, of the Mind – or a new Epoch of Reason? The 4th preparatory conference for an international “Decade of the Mind” in Albuquerque, New Mexico. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 3, 195–222.

The paper discusses the international science initiative „Decade of the Mind 2010–2020“ which, under the patronage of the new US-government, aims to connect and coordinate the worldwide research on mind, brain and spirit. The three authors describe the contents, topics and central problems of the 4th preparatory conference for this initiative which took place at the University of New Mexico in Albuquerque and where they served as main speakers. The report shows that the global research on mind and matter is destined to become one of the most important branches of the inquiry of mankind into its own nature, with consequences not only for the self-conception of the human being, but also for politics, culture and society. It also shows that the new, highly complex problems and phenomena can be addressed adequately only by a transdisciplinary methodology which is still in the process of being developed.

Brain
mind
spirit
transdisciplinarity


KONCSIK, IMRE: Geist, Gehirn und Materie. Eine synergetische Interaktion. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 3, 223–250.

Das entscheidende Merkmal des Geistes im Unterschied zu einem Programm ist es, sich synergetisch, autopoietisch und von innen bzw. von selbst organisieren und wirken zu können. Die mentale Substanz bzw. der geistige Attraktor befinden sich nicht in der klassischen Wirklichkeit, sondern in einer imaginären Realität. Zwischen beiden fundamentalen und zueinander strikt analogen Dimensionen unserer Wirklichkeit liegt ein Interface ähnlich einer komplexen fraktalen Hyperfläche als Ausdruck der Transformation der Differenzierung bzw. Skalierung des Raumes. Eine Reformulierung des Raum- und Materiebegriffs tut daher not, um das eine Menschsein durch seine Erstreckung in seinen Geist und sein Gehirn zu verstehen.
Durch eine synergetische Interpretation des Gehirns, das besonders durch eine sich selbst verstärkende Phasensynchronisation der neuronalen Ströme ausgezeichnet ist, eröffnet sich die Möglichkeit, nach Ziel, Grund und Möglichkeit von Synergie zu suchen. Hierbei hilft die klassische Unterscheidung zwischen einer Formal- und Materialursache i. S. einer prävalenten „von oben nach unten“-Evolution.

Evolution
Gehirn
Geist
Hirnforschung
Materie
Raum
Realität, imaginäre / klassische
Synergetik


KONCSIK, IMRE: Mind, brain and matter. A synergetic interaction. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 3, 223–250.

The decisive characteristic of mind in contrast to some kind of software is its ability to re-organize itself synergetically and autopoietically and to work from the inside. The mental substance resp. attractor is not situated in the classical, but in an imaginary reality. Between these two fundamental and strictly analogue dimensions of our reality exists an interface which is similar to a complex fractal hyper-surface as an effect of the transformation of the differentiation or scaling of the space. Thus, a reformulation of the concepts of space and matter is necessary in order to understand the ONE human existence within its TWO realizations of mind and brain.
By a synergetic interpretation of the brain that is particularly characterized by a self-enforced phase synchronization of the neural streams it becomes possible to search for the goal, the reason and the possibility of synergy. In this the classical differentiation between a formal and a material cause in the sense of a “top-to-bottom-evolution” proves to be helpful.

Brain
brain research
evolution
matter
mind
reality, imaginary / classical
space
synergetics

ZAHLNER, FERDINAND: Personenlexikon zur Paranormologie. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 3, 251–270.

RUBRIKEN

Diskussionsforum:
Die Ulrichskapelle in Standorf und das Grabtuch

Dokumentation:
Die Unschuld der Templer. 1308 durch Papst Clemens V. freigesprochen

Nachrichten:
Aramäische Schriftzeichen auf dem Grabtuch von Turin
Grabtuch und Templer
Ausstellung des Grabtuches 2010
Unsere Liebe Frau von Guadalupe wissenschaftlich nicht erklärbar
Ritualmorde an Albinos in Tansania
Film über Hildegard von Bingen

GW 2009/4

LEITARTIKEL
Abstracts

SCHÄFER, LOTHAR: Die Quantenwirklichkeit und der Niedergang des Darwinismus. Zum Verständnis der Entwicklungsgeschichte des Lebens in Übereinstimmung mit dem Paradigmenwechsel der Physik und Chemie. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 4, 291–319.

Ich beschreibe den augenblicklichen Paradigmenwechsel der Physik und Chemie und einige Quantenaspekte der Wirklichkeit, die berücksichtigt werden müssen, um, im Gegensatz zum Darwinismus, zu einem realistischen Verständnis des Lebens zu kommen. Weil die physikalische Wirklichkeit die Natur einer Ganzheit hat, in der alles mit allem verbunden ist, ist die These, dass die Entwicklung komplexer Lebensformen auf Kooperation und Kommunikation beruht, realistischer als Darwins These der ausgrenzenden Prinzipien egoistischer Gene, Individuen oder Arten. Weil uns die Wirklichkeit in den Quantenphänomenen in zwei verschiedenen Bereichen erscheint – einem nicht-empirischen Bereich nicht-materieller Formen und dem empirischen Bereich der materiellen Dinge – müssen wir schließen, dass die Emergenz der komplexen Ordnung in der Biosphäre auf der Realisierung einer virtuellen Ordnung beruht, die schon existiert, bevor sie sich in der empririschen Welt manifestiert. Wenn Bewusstsein eine kosmische Eigenschaft ist, wie es die Quantenphänomene nahelegen, dann muss man sich auch denken, dass es an der Evolution des Lebens beteiligt ist und sich, zum Beispiel, in der Intelligenz der lebenden Zellen manifestiert. Darwins Hypothese führt zu besonders unrealistischen Schlussfolgerungen, wenn sie als Grundlage für eine Metaphysik der menschlichen Werte benutzt wird, wie dies die Soziobiologen in ihrer Metaphysik der Sitten tun.

Aristotelische Potentia
Bewusstsein als kosmische Eigenschaft
biologische Kooperativität
Egoismus
Metaphysik der Sitten
Mutationen: spontan, stimuliert und informiert
nicht-empirische Wirklichkeit
Potentialitätswellen
Potentialitätszustände
Quantenwirklichkeit
Soziobiologie
transzendente Wirklichkeit
virtuelle Zustände
Wirklichkeit als Ganzheit

SCHÄFER, LOTHAR: Quantum reality and the decline of darwinism. Understanding the evolution of life in correspondence to the change of paradigm of physics and chemistry. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 4, 291–319.

I describe some aspects of Quantum Reality which are in conflict with Darwinian evolutionary theory. Since physical reality has the nature of an indivisible wholeness, in which everything is interconnected, the thesis that the evolution of complex life forms is based on biological cooperativity and communication is more realistic than the Darwinian thesis of the segregative principles of selfish genes, individuals, and species. Since the quantum phenomena reveal that physical reality appears to us in two domains – transempirical Potentiality and empirical Actuality – we have to think that the evolution of life is instructed by a transempirical order, so that the Darwinian thesis that life evolves out of nothing is untenable. Rather, the evolution of life is by the actualization of a transempirical order, which already exists before it is manifested in the empirical world. Moreover, if consciousness is a cosmic property, as it is suggested by quantum phenomena, we must expect that it is involved in the evolution of life and manifests itself in the intelligence of living cells. Darwin’s hypothesis leads to particularly unrealistic conclusions when it is used as a basis for a metaphysics of human values, as the sociobiologists do in their metaphysics of morals.

Aristotelian potentia
biological cooperativity
consciousness as a cosmic property
metaphysics of morals
mutations: spontaneous, stimulated, and informed
non-empirical reality
potentiality states
potentiality waves
quantum reality
reality as wholeness
selfishness
sociobiology
transcendent reality
virtual states

NEUWIRTH, ANGELIKA: Blut und Mythos in der islamischen Kultur. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 4, 321–349.

In der Alltagskultur der islamisch geprägten Welt ist die hohe Präsenz von symbolisch evoziertem oder sogar sichtbarem Blut unverkennbar: Hochschätzung der Blutsverwandtschaft und deren Absicherung durch Blutrache, die Praxis des Schächtens und das freiwillig vergossene Blut des Märtyrers. Für die Shi’a ist das Blut des Märtyrers ein Sühneopfer, während es in der sunnitischen Tradition kein Selbstopfer darstellt, dem Toten aber eine besondere Auszeichnung im Jenseits beschert. Erst der moderne Märtyrer wird zum Opfer, indem er die Würde der Gesellschaft wieder aufrichtet.

Blut
Islam
Märtyrer
Shi’a
Sunna


NEUWIRTH, ANGELIKA: Blood and myth in Islamic culture. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 4, 321–349.

The everyday culture of the Islamic world is characterized by a high presence of symbolically evoked or even visible blood: high respectability of blood relationship and its safeguard by blood revenge, the practice of ritual slaughter and the blood voluntarily spilt by the martyr. For the Shi’a the martyr’s blood is an expiatory sacrifice, whereas in Sunnitic tradition it does not represent a self-sacrifice, but ist thought to do the dead person credit in the beyond. It is the modern martyr who becomes a sacrifice himself by re-establishing the dignity of society.

Blood
Islam
martyr
Shi’a
Sunna


ZAHLNER, FERDINAND: Personenlexikon zur Paranormologie. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 58 (2009) 4, 351–366.


RUBRIKEN

Dokumentation:
Natuzza Evolo verh. Nolace (1924-2009)
Gertrude Schmeidler (1912-2009)
Hellmut Hofmann (1921-2009)

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch