GRENZGEBIETE DER WISSENSCHAFT (GW)

55. Jahrgang... 2006.  Innsbruck : Resch

Leitartikel

Gerhard Adler: „Wir halten unsere Gelübde nur zur Hälfte“. Graham Greene und die Religion 291
Roland Benedikter: Drei Avantgarde-Strömungen des heutigen US-Geisteslebens und ihre Beziehung zu Europa 335
Roland Benedikter: Meditation und Gehirnforschung. Der gegenwärtige Trend physiologischer Erforschung der Meditation: Öffentliche Legitimationsstrategie oder tieferes Interesse? Zur Kritik einer Mode in der aktuellen neurophysiologischen Forschung 59
Robert Bossard: Verborgene Determinanten der Vorstellungswelt. Ideen, Elementargedanken, Archetypen 247
Michaela Hammerl: Die „erschröcklichsten“ und „wunderbarlichsten“ Wunderzeichen der frühen Neuzeit 21
Ingrid Hartmann: Lebendiges Denken – eine Forderung unserer Zeit 99
Franz-Herbert Hubmann: Das Bewusstsein bei Sir Aurobindo (1872–1950) 119
THOMEas Körbel: Im Bilde sein – der Tarot als ein Kartenspiel (auch ohne Karten). Ergänzende Beobachtungen anhand neuerer Versionen 35
Imre Koncsik: Die dogmatischen Grundlagen des Exorzismus. Satan und Dämonen – Besessenheit – übersinnliche Gegebenheiten 319
Michael Schröter-Kunhardt: Negative Nah-Todeserfahrungen. Gibt es eine Hölle? 195
Nikolaus Wandinger u. a.: Anmerkungen zum „Schönborn-Streit“ 3
Ferdinand Zahlner: Personenlexikon zur Paranormologie 137, 257, 367

Diskussionsforum

Das Gewebe des Schleiers von Manoppello 159
666: Die Zahl des Tieres 164

Aus Wissenschaft und Forschung

Schmetterlinge und Vögel als Sinnbilder für die menschliche Seele 73

Dokumentation

Volksmedizin heute I 75
Ein halbes Leben im Dienst des Paranormalen (Ian Stevenson) 166
Martin Ebon (1917–2006) 173
Lehrstuhl für nichtkonventionelle Religionen und Spiritualität 175

Nachrichten

In eigener Sache 86
Swedenborg-Tagung 2006 86
VIA MUNDI-Tagung 2006 86
1. PSI-Tage im Sommer 86
Sigmund Freud-Vorlesungen 2006 86
Erste Hexenschule eröffnet 86
Offizielle kirchliche Anerkennung des 67. Lourdes-Wunders 177
Kräuterpfarrer-Ausstellung 177
Buch der letzten Fatima-Seherin 177
Seminar des IGPP 177
Basler Psi-Tage 2006 177
Gratulation! 283
XXII. Workshop der WGFP 283
Tätigkeitsbericht des IGPP 283
Wasser 283
Komplementärmedizin 284
Mozart & Science 284
Dämonen 284
Erinnerungen an Sr. Lucia 284
Kampf gegen Handel mit Magie 284
Esoterik gegen Religion 284

Bücher und Schriften

Assmann, Jan: Theologie und Weisheit im alten Ägypten (A. Resch) 187
Anderhub, Werner/Müller, Andreas: Phänomen Kornkreise: Forschung zwischen Volksüberlieferung, Grenz- und Naturwissenschaft (A. Resch) 92
Beneder, Emmerich: Wohin gehe ich? Antworten auf den Tod (A. Resch) 191
Coward, Harold: Das Leben nach dem Tod. Die Antwort der Weltreligionen (A. Resch) 186
Daxelmüller, Christoph: Zauberpraktiken: die Ideengeschichte der Magie (A. Resch) 90
Hergovich, Andreas: Der Glaube an Psi. Die Psychologie der paranormalen Überzeugungen (A. Resch) 178
Jankrift, Kay Peter: Mit Gott und schwarzer Magie. Medizin im Mittelalter (A. Resch) 94
Kirchgässner, Alfons: Geschichte der Kulte und Riten (A. Resch) 87
Linke, Detlef B.: Das Gehirn – Schlüssel zur Unendlichkeit. Der Geist ist mehr als unser Hirn (A. Resch) 287
Ludwiger, Illobrand von: Das neue Weltbild des Physikers Burkhard Heim. Unsterblich in der 6-dimensionalen Welt (A. Resch) 285
Mendl, Hans: Lernen an (außer-)gewöhnlichen Biografien. Religionspädagogische Anregungen für die Unterrichtspraxis (A. Resch) 189
Mode, Heinz: Fabeltiere und Dämonen: die Welt der phantastischen Wesen (A. Resch) 91
Peng-Keller, Simon: Gottespassion in Versunkenheit. Die psychologische Mystikforschung Carl Albrechts aus theologischer Perspektive (A. Resch) 184
Peschl, Markus F.: Die Rolle der Seele in der Kognitions- und Neurowissenschaft. Auf der Suche nach dem Substrat der Seele (A. Resch) 180
Pietschmann, Herbert: Der Mensch, die Wissenschaft und die Sehnsucht. Naturwissenschaftliches Denken und spirituelles Erleben (A. Resch) 183
Poser, Manfred: Außer sich: extreme Erfahrungen in Sport und Alltag (A. Resch) 87
Pytlik, Priska: Okkultismus und Moderne: ein kulturhistorisches Phänomen und seine Bedeutung für die Literatur um 1900 (A. Resch) 87
Reitz, Manfred: Rätseltiere. Krypto-Zoologie – Mythen, Spuren und Beweise (A. Resch) 182
Scheibe, Erhard: Die Philosophie der Physiker (G. Kleinschmidt) 190
Sigmund Freud – Das Lesebuch – Schriften aus vier Jahrzehnten (G. Kleinschmidt) 95
Wilber, Ken: Im Auge des Hurrikans bist du sicher. Erfahrungen und Reflexionen (A. Resch) 182
Zerling, Clemens/Schweiger, Christian: Masken im Alpenraum: Perchten, Tresterer, Wilde Leut’... (A. Resch) 192

 

GW 2006/1

LEITARTIKEL / Abstracts


WANDINGER, Nikolaus u. a.: Anmerkungen zum „Schönborn-Streit“. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 1, 3–20

Am 7. Juli 2005 schrieb der Wiener Kardinal Christoph Schönborn einen Beitrag in der New York Times über das Verhältnis der christlichen Schöpfungslehre zur Evolutionstheorie, in dem er sich für die sog. Intelligent-Design-These aussprach und eine bestimmte Sichtweise der Evolutionstheorie ablehnte. Dieser Artikel löste eine heftige Debatte aus, welche auf beiden Seiten von Einseitigkeiten und Ungenauigkeiten gekennzeichnet ist. Vor allem die mangelnde Unterscheidung der Funktion und methodischen Eigenart von weltanschaulichem und einzelwissenschaftlichem Diskurs ist dabei problematisch. Die Autoren des Beitrags halten Intelligent Design für kein geeignetes Modell der christlichen Schöpfungslehre, und zwar aus theologischen und philosophischen Gründen. Andererseits wirft der Streit um Schönborns Äußerung die Frage auf, welcher Stellenwert Weltanschauungsfragen im heutigen Wissenschaftsbetrieb noch zugestanden wird und was die Auswirkungen auf unsere Kultur und Gesellschaft wären, wenn diese Fragen ganz daraus verdrängt würden.

Evolutionstheorie
Intelligent Design
Schönborn, Kard. Christoph
Schöpfungslehre
Weltanschauung
Zufall

WANDINGER, Nikolaus et al.: Remarks on the “Schönborn-controversy”. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 1, 3–20

On July 7, 2005, Cardinal Christoph Schönborn of Vienna published an article in The New York Times about the relationship between the Christian doctrine of creation and the theory of evolution. He argued for the so-called Intelligent Design Thesis and rejected a certain interpretation of the theory of evolution. Schönborn’s article prompted a ferocious debate, which has been marked by one-sidedness and inexactness on both sides. What is particularly regrettable is the insufficient distinction between value-oriented and scientific discourse. The authors think that Intelligent Design is not a viable model for the Christian doctrine of creation and argue against it on theological and philosophical grounds. At the same time, however, the ferocity of the debate urges to consider how much space is still accorded to value-oriented questions in today’s academia. What would the consequences be for our culture and society if these questions were completely banned from academic discourse?

theory of evolution
Intelligent Design
Schönborn, Card. Christoph
doctrine of creation
weltanschauung
chance


HAMMERL, Michaela: Die „erschröcklichsten“ und „wunderbarlichsten“ Wunderzeichen der frühen Neuzeit. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 1, 21–34

Frühneuzeitliche Flugblätter und Flugschriften sorgten für die rasche und weite Verbreitung von Wunderzeichenberichten. Besonders aufsehenerregende Nachrichten und Geschichten wurden mehrmals publiziert. Anhand von vier unterschiedlichen Wunderzeichen, einem Himmelszeichen, einem Kornregen, einem Fastenwunder und einem Wunderbrunnen wird veranschaulicht, was derartige Nachrichten so populär machte und wie durch die weite Verbreitung der Flugblätter und Flugschriften auch die Wunderzeichenbotschaft immer wieder unter das Volk gebracht wurde.

Fastenwunder
Himmelszeichen
Kornregen
Wunderbrunnen
Wunderzeichen


HAMMERL, Michaela: The most “strange” and “wondrous” miraculous signs in early modern times. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 1, 21–34

In early modern Europe broadsides and pamphlets promoted the quick and wide spread of reports on miraculous signs. Particularly sensational news and stories were published several times. On the basis of four different miraculous signs, i. e. a sign in the sky, a rain of corn, a case of miraculous abstinence and a miraculous fountain, it is pointed out why such unusal news became so popular at that time and how, due to the high availability of broadsides and pamphlets, the core message of such miraculous signs was brought to the ordinary people time and again.

miraculous abstinence
sign in the sky
rain of corn
miraculous fountain
miraculous signs


KÖRBEL, THOMEas: Im Bilde sein – Der Tarot als ein Kartenspiel (auch ohne Karten). Ergänzende Beobachtungen anhand neuerer Versionen. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 1, 35–57

Neue Versionen des Tarot greifen auf bewährte Symbole zurück wie sie auch bestehende Symbole weiterentwickeln oder neu erfinden. Es werden einige neuere Spiele beschrieben, um nach möglichen Kriterien der Bildgestaltung fragen zu können. Gleichzeitig ist der subjektive Weltdeutungs- und Erfahrungshorizont der Menschen, die das Tarotspiel praktizieren, in der Betrachtung des Phänomens zu berücksichtigen. Tarot zeigt sich als eine weit verbreitete spirituelle Praxis von Individuen mit autonomer ‚Religiosität‘ und ist ein Spiegel derselben. Kann er auch eine mögliche Synthese unvereinbar scheinender ‚Religiositäten‘ sein?

Tarot


KÖRBEL, THOMEas: Being in the picture – The Tarot as a card game (even without cards). Additional observations as to newer versions. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 1, 35–57

New versions of tarot fall back on proven symbols; they also develop the existing symbols or invent them anew. The author describes some recent games in order to be able to find out the probable criteria of structuring the pictures. When looking at this phenomenon, one at the same time has to take into consideration the subjective horizons of world interpretation and experience of those who practise tarot. It turns out to have become a wide-spread spiritual practise of individuals with autonomous ‘religiousity’ and is a reflection of it. Could it also be a possible synthesis of ‘religiousities’ incompatible with each other?

tarot


BENEDIKTER, Roland: Meditation und Gehirnforschung. Der gegenwärtige Trend physiologischer Erforschung der Meditation: Öffentliche Legitimitationsstrategie oder tieferes Interesse? Zur Kritik einer Mode in der aktuellen neurophysiologischen Forschung. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 1, 59–72

Der Beitrag widmet sich Elementen einer Kritik an diskursiven und methodischen Einseitigkeiten von Teilen der aktuellen neurophysiologischen Meditations-Forschung. Er behandelt dazu als Beispiel Sachverhalte von Gehirn-Wellen-Messungen im Rahmen von Sehkonzentration-Experimenten. Der Fokus liegt auf einer beispielhaft gemeinten Kritik von Teilen der heute modisch gewordenen gehirnphysiologischen Bewußtseinsforschung, welche sich zunehmend mit wissenschaftlichen Grenzgebieten wie Meditation beschäftigt – aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt solchen öffentlicher Legitimation, die der Beitrag, bei voller Anerkennung der zahlreichen positiven Aspekte,  aufzuweisen und kritisch zu hinterfragen versucht.

Gehirnforschung
Individualität
Buddhismus
Meditation
Spiritualität
Naturwissenschaften
Geisteswissenschaften
Renaissance der Religionen
Zivilgesellschaft

BENEDIKTER, Roland: Meditation and brain research. Is the actual research of meditation from a physiological point of view to be seen as a public legitimation strategy or is it based on a somewhat deeper interest? Criticizing a modern trend in current neurophysiological research. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 1, 59–72

The author criticizes the discursive and methodical one-sidedness of parts of actual neurophysiological research of meditation. He above all discusses the brain wave recordings made within the framework of experiments of visual concentration. The focus of criticism is on those branches of consciousness research which have recently been specializing in the physiological measurement of the brain and – as public legitimation strategy – increasingly been dealing with frontiers of science such as meditation. The reasons are manifold; it is tried to point them out and analyse them without, however, ignoring the many positive aspects.

brain research
individuality
buddhism
meditation
spirituality
natural sciences
human sciences
renaissance of religions
civil society

GW 2006/3

LEITARTIKEL
Abstracts

HARTMANN, Ingrid: Lebendiges Denken – eine Forderung unserer Zeit. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 2, 99–118

Es wird der Frage nachgegangen: Was sind die Anforderungen an ein zeitgemäßes Denken? Das materialistische Denken hat erheblich zu einem Werteverfall und Hoffnungslosigkeit in unserer Gesellschaft beigetragen.
Ein lebendiges Wirklichkeitsdenken wird dem formalen Machtdenken gegenübergestellt. Das Experiment wird als Befragung der Natur, als ein Dialog mit der Natur angesehen. Aus den Wahrnehmungen, die im Prozesshaften des Dialoges gewonnen werden, gilt es, das Wesen zu erfassen und in Begriffe zu bringen. Dabei sind wir jedoch auf den Akt der Gnade angewiesen. Erst aus dem Erkanntwerden kann ein Erkennen entstehen. Die Überwindung des Werteverlustes, der Hoffnungslosigkeit führt über den Weg des reinen Glaubens zur Hoffnung, Liebe und Wahrheit – zum Leben.

Experimentieren im Dialog mit der Natur
Machtdenken
Lebendiges Denken
Reiner Glaube

HARTMANN, Ingrid: Living thought – a requirement of our times. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 2, 99–118

The question is discussed: What are the demands on thought keeping with the times? Materialistic thought has remarkably contributed to the decline of values as well as to hopelessness in our society.
Living thought of reality is confronted with formal thought of power. The experiment is seen as a “consultation” of nature, as a dialogue with nature. From the perceptions gained in the process of dialogue the essence has to be grasped and brought into concepts. In this, however, we have to rely on the act of grace. Being cognized is the precondition of cognizing. Surmounting the loss of values, the feeling of hopelessness, will lead, on the way of pure faith, to hope, love and truth – to life.

experimenting by dialogue with nature
thought of power
living thought
pure faith

HUBMANN, Franz-Herbert: Das Bewusstsein bei Sri Aurobindo (1872–1950). Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 2, 119–136

Psychologie bedeutet Lehre von der Seele und wird in die Lehre vom Be­wusstsein und Unterbewusstsein (Unbewusstsein) gegliedert. Aurobindo postulierte zusätzlich ein Überbewusstsein (Overmind) und Oberbewusst­sein (Supermind oder Supramental), die im Rahmen von Bewusstseinser­weiterung erschlossen werden sollen.
Bewusstsein ist in philosophischer Auffassung das Vorstellen von Gegen­ständen: ein Subjekt stellt ein Objekt vor. Bewusstsein ist in psycholog­ischer Auffassung die Gesamtheit der Bewusstseinsinhalte und in psychiatrischer Auffassung die Klarheit des inneren Erlebens.
Jede Entwicklung und alles Werden ist für Aurobindo Yoga, die indische Theorie und Praxis der Konzentration und Meditation, wodurch übermensch­liches Wissen und übernatürliche Fähigkeiten erreicht werden. Aurobindos Yoga ist neu aufgrund von Herabkunft und des Sicherschließens höherer Bewusstseinsmächte und des höheren Geistes, aufgrund einer Gottbeziehung, bei der Gott ein Er und ein Wesen ist, sowie dadurch, dass sein Yoga integral ist und beide Welten, Himmel und Erde, umschließt und schließ­lich, dass sein Yoga der Evolution einen Impuls verleiht. Der Weg führt vom Mind (normaler mentaler Geist) über den Overmind (Übergeist) zum Supramental (Obergeist) in drei Wandlungen. In der ersten, der psychischen Wandlung, besinnt sich der Mensch auf seine wesenhafte Existenz und in der zweiten Wandlung, der geistigen Wandlung, brechen die Begrenzungen des Bewusstseins nieder und der empfangs­bereite Geist wird von Bewusstheit überflutet. In der dritten oder supramentalen Wandlung erfolgt schließlich eine Umstrukturierung des Bewusstseins durch Verwirklichung des göttlichen Seins und der göttlichen Natur. Aurobindo entdeckte im Supramental eine Seinsstufe, die göttliches Sein werden lässt.

Bewusstsein
Oberbewusstsein (Supramental)
Psychologie
Rolland, Romain
Sri Aurobindo
Subjekt – Objekt
Tagore, Rabindranath
Überbewusstsein (Overmind)
Unbewusstsein (Unterbewusstsein)
Wolff, Christian
Yoga


HUBMANN, Franz-Herbert: Consciousness as defined by Sri Aurobindo (1872–1950). Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 2, 119–136

Psychology is seen as the science of the soul and is subdivided into the theory of consciousness and the subconscious (the unconscious). Aurobindo additionally postulates an overmind and supermind, or the supramental, which can be disclosed by the process of the expansion of consciousness.
From a philosophical point of view consciousness is understood as the imagining of objects: a subject imagines an object. From a psychological point of view consciousness includes all the contents of consciousness and in the psychiatric context the clarity of inner experience.
For Aurobindo any kind of development and all becoming is yoga, the Indian theory and practice of concentration and meditation, which leads to supernatural and superhuman abilities. Aurobindo’s yoga is new due to the descent and the development of higher powers of consciousness, due to a relationship with God in which God is both He and a being, and because he defines his yoga as “integral”, encompassing both worlds, heaven and earth; finally, Aurobindo’s yoga gives a fresh impetus to evolution.
The path leads from mind (normal mental mind) via overmind to the supramental (supermind) by three processes of transition. In the first, the psychic transition, man reflects on his essential nature; in the second, his spiritual transition transcends the limitations of consciousness and the receptive mind is flooded by awareness. In the third, the supramental transition, a structuring of mind through the realization of divine being and divine nature takes place. In the supramental Aurobindo discovered a level of being that gives rise to divine being.

consciousness
supermind (the supramental)
psychology
Rolland, Romain
Sri Aurobindo
subject – object
Tagore, Rabindranath
overmind
the unconscious (the subconscious)
Wolff, Christian
yoga


ZAHLNER, Ferdinand: Personenlexikon zur Paranormologie (I). Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 2, 137–158

Eine provisorische Zusammenstellung einschlägiger Personendaten meinerseits erfolgte erstmals unter dem Titel „Kalendarium zur Paranormologie und ihren Grenzgebieten“, erschienen in den „AGP-Informationen“, 7. Jg., 1981/82, H. 1–2, (Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft für Parapsychologie an der Wiener Katholischen Akademie, 1010 Wien, Freyung 6, Stiege I/1).
Diese Datensammlung erfuhr im Laufe der Jahre 2001/2005 eine wesentlich erweiterte Bearbeitung im Hinblick auf eine Veröffentlichung als Beitrag zu dem am Institut für Grenzgebiete der Wissenschaft (IGW), Innsbruck, im Entstehen begriffenen LEXIKON DER PARANORMOLOGIE unter der Leitung von Prof. DDr. P. Andreas Resch. Der jeweils aktuelle Stand des Lexikons kann eingesehen werden unter: http://www.igw-resch-verlag.at/lexikon/index.html
Die personelle, themenbezogene Aufnahme ist zwar relativ weit gefächert, aber auch subjektiv selektiv, bedingt durch die unscharfen Kriterien der Grenzgebiete als solcher. Neben dem eigentlichen personellen Bereich der Paranormologie wurden in diese lexikalische Zusammenstellung auch paranormal relevante Personendaten aus den Gebieten des sog. „Okkultismus“ und der Esoterik aufgenommen, denn für die angrenzenden „geheimwissenschaftlichen“ Formenkreise existieren ohnehin schon eine Menge einschlägiger Lexika (z. B. Dictionary of Scientific Biography (14 Bde., 1 Supplementbd., 1 Indexbd. – New York: Charles Scribner´s Sons, 1970–78) und andere (bio-)bibliographische Informationsquellen sowie entsprechende Websites.
New Age-Bewusstsein, Alchemie, Astrologie, Freimaurerei, Geheimorden, Kabbala, Hexenwesen, Magie, Satanismus, Theosophie u. a. wurden daher nur peripher berücksichtigt. In diesem Zusammenhang wären zu nennen z. B. für Alchemie: Kren, Claudia: Alchemy in Europe. A Guide to Research. – New York; London: Garland, 1990, sowie folgende Internetadresse:
http://www.tu-berlin.de/fb1/alchemie/Bibliographie.html
Phänomenbedingt erfuhren besondere Berücksichtigung spezifische biographische Daten aus der christlichen Kirchengeschichte, der Hagiographie, den außerbiblischen bzw. (Privat-) Offenbarungen und spontanen Erscheinungen (vor allem Mariens, BMV) sowie den Bereichen von Mystik und Dämonie mit ihrer begleitenden Phänomenik (Asitie, Ekstasen, Visionen, Prophetie, Kardiognosie, Stigmatisation, Levitation, Besessenheit etc.).
Bedingt durch die Schwierigkeit der Datensuche bzw. das Fehlen an offiziellem Datenmaterial muss ein solches Unterfangen naturgemäß fragmentarisch bleiben. Die Aufnahme von einschlägigen Ereignissen, Erscheinungen, Erfahrungen und Berichten besagt weder eo ipso eine wissenschaftliche Akzeptanz ihrer gesicherten historischen Faktizität hinsichtlich ihrer objektiv gegebenen Realität (daher wurde bisweilen beigefügt: „angeblich“, u. Ä.) noch bereits eine positive Wertung im Kontext christlichen Glaubensverständnisses.
Die alphabetische Anführung erfolgte in der Regel zumindest für die letzten Jahrhunderte (Neuzeit) nach dem Familien- bzw. Nachnamen der betreffenden Person, soweit bekannt und gebräuchlich; Namen aus Antike und Mittelalter werden meist unter dem gängigen Vornamen angegeben, meist ebenso bei kirchlichen Persönlichkeiten, wie Heilige, Selige u. a.; man beachte jedoch auch die entsprechenden > Querverweise.
Namen mit Umlauten folgen auf jene mit dem einfachen Vokal, z. B. ä nach a, ö nach o, ü nach u.
Die hier angeführten biographischen Daten weisen, wie schon erwähnt, noch eine Reihe von Lücken und vielleicht auch Fehler auf, sodass jede diesbezügliche Ergänzung sehr willkommen ist, um sie vor einer Veröffentlichung einbauen zu können. Das ist mit ein Grund für die vorläufige Veröffentlichung in der Zeitschrift. Im Lexikon der Paranormologie findet sich dann meist eine ausführlichere Beschreibung, sofern dies thematisch erforderlich ist.

 

GW 2006/3

LEITARTIKEL / Abstracts

SCHRÖTER-KUNHARDT, Michael: Negative Nah-Todeserfahrungen: Gibt es eine Hölle? Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 3, 195–246

Bis zu 20% aller Nah-Todeserfahrungen beinhalten bedrohliche, angstmachend-negative (höllische) Elemente oder bestehen nur aus solchen Komponenten. Dabei kann es sich um ein negatives Erleben positiver NTE handeln, weil diese gegen die Erwartung bzw. gegen den Willen des Erlebenden ablaufen, er sich also gegen sie wehrt. Dieses Erleben kann aber auch – wie die häufigeren negativ-positiven oder positiv-negativen NTE, die ganze negative Sequenzen enthalten – auf Ängste (vor dem Sterben) oder negative (suizidale) Impulse und Affekte zurückgeführt werden. Die große Varianz der bedrohlichen Szenarien spricht dafür, dass es sich dabei oft um individuelle Traumszenarien handelt, welche die dominierenden Affekte und damit die Ängste und Hoffnungen des Erlebenden in Traumbildern ausgestalten, wobei die noch (unterschwellig) wahrgenommenen belastenden Umstände des Sterbens eine wichtige Rolle spielen. Gelegentlich imponieren in diesen negativen Sequenzen aber auch universell ähnliche, archetypische Bilder des Bösen, die als Höllenerfahrungen die selteneren primär negativen Nah-Todeserfahrungen konstituieren. Sie repräsentieren grundlegende und universelle schlechte menschliche Eigenschaften, die sich in transkulturell ähnlichen und damit archetypischen höllischen Bildern zeigen, welche die archetypischen Kräfte darstellen, die den destruktiv-bösen Seinsweisen des Menschen zugrunde liegen.

Archetypische Bilder des Bösen
Höllische NTE
Negativ-positive / positiv-negative NTE
Negatives Erleben positiver NTE
Oneiroide


SCHRÖTER-KUNHARDT, Michael: Negative near-death experiences. Does hell exist? Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 3, 195–246

Up to 20% of all near-death experiences contain alarming, scare-mongering-negative (hellish) elements or consist of nothing but such components. They may be positive NDEs that are experienced in a negative way, because they do not correspond to the expectations of the person concerned or are against his / her will, i. e. he / she fights them. However, such experiences may also be put down to anxieties (fear of death) or negative (suicidal) impulses and emotions. This is particularly true of the more frequent negative-positive or positive-negative NDEs which are made up of negative sequences as a whole. In view of the large variety of menacing scenarios there is every reason to believe that in many cases these experiences represent individual dream scenarios which show the dominant emotions, e. g. the anxieties and hopes of the person concerned, with the strenuous circumstances of dying experienced (subliminally) playing an important role. Sometimes, however, these negative sequences may also be dominated by universally similar archetypical images of evil which as experiences of the hell constitute the less frequent primarily negative NDEs. They represent basic and universal negative characteristics of man which come forward in transcultural similar i. e. archetypical hellish images that portray the archetypical forces underlying the destructively-bad ways of being of man.

archetypical images of evil
hellish NDEs
negative-positive / positive-negative NDEs
negative experience of positive NDEs
oneiroids


BOSSARD, Robert: Verborgene Determinanten der Vorstellungswelt. Ideen, Elementargedanken, Archetypen. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 3, 247–256

Die Geschichte der Psychologie könnte unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, inwie­weit es dem Menschen gelingt, sein Vorstellungsleben zu verstehen und in ein gewisses Sys­tem zu bringen. Die indische Psychologie hat den Versuch unternommen, durch eine tiefgrei­fende Analyse der Bewusstseinsvorgänge und durch ein konsequentes Training, wie es in den verschiedenen Yoga-Systemen zum Ausdruck kommt, dieses Ziel zu erreichen. Das westliche Denken hat in der religiösen Meditation, wie sie in der mystischen Literatur ihren Nieder­schlag gefunden hat, sowie später durch den Aufbau einer wissenschaftlichen Psychologie und Psychophysiologie die Erkenntnis der Bewusstseinsvorgänge gefördert. Raimundus Lul­lus, Adolf Bastian und C. G. Jung kommt ein besonderes Verdienst zu, Strukturdominanten des Bewusstseins zu erfassen und als Idee, Elementargedanke und Archetypus zu beschreiben. Dennoch bleibt das Bewusstsein in mancher Hinsicht ein Rätsel, das noch der Lösung harrt.

Alter Weiser
Archetypus
Bastian, Adolf
Elementargedanke
Idee
Jung, Carl Gustav
Kind-Symbol
Lullus, Raimundus
Platon
Sage
Traum


BOSSARD, Robert: Hidden determinants of the world of imagination. Ideas, elementary thought, archetypes. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 3, 247–256

The history of psychology might be looked at from the point of view in how far man succeeds in understanding his world of imagination and bringing some system into it. Indian psychology has made an attempt to reach this goal by a deep analysis of the different processes of mind and by consistent training as it is expressed by the various yoga-systems. Western thought supported the recognition of mental processes by religious meditation, which is reflected in mystical literature, as well as by the establishment of scientific psychology and psychophysiology. Raimundus Lullus, Adolf Bastian and C. G. Jung made an important contribution to grasping the dominant features and structural properties of consciousness and describing them as idea, elementary thought and archetype. Nevertheless, in some respects consciousness is still an enigma which remains to be solved.

old wise man
archetype
Bastian, Adolf
elementary thought
idea
Jung, Carl Gustav
child symbol
Lullus, Raimundus
Platon
legend
dream

GW 2006/4

LEITARTIKEL
Abstracts

ADLER, Gerhard: „Wir halten unsere Gelübde nur zur Hälfte.“ Graham Greene und die Religion. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 4, 290–315

Von dem erfolgsverwöhnten Graham Greene stammt die bittere Bemerkung: „Vielleicht ist es nur Verzweiflung, die mich am Schreiben hält, wie jemand, der aus Angst vor der Einsamkeit an einer unglücklichen Ehe festhält.“ Ein manisch-depressiv Veranlagter, der mehr als vierzig Bücher schreibt, von denen allein in deutscher Sprache 600 Einzelausgaben erschienen sind?! Erklärung des Betroffenen: „Schreiben ist eine Art Therapie; manchmal frage ich mich, wie alle jene, die nicht schreiben, komponieren oder malen, es zuwege bringen, dem Wahnwitz, dem Trübsinn und der panischen Angst, die dem menschlichen Dasein innewohnen, zu entfliehen.“ Das Hauptthema des Autors, der mit zweiundzwanzig zum Katholizismus konvertierte, ist die Religion. Auf die Interview-Frage „Werden Sie noch immer von Gott verfolgt?“ gab er – siebenundsiebzigjährig – zur Antwort: „Ich hoffe es, ich hoffe es! Ich spüre seine Gegenwart nicht sehr deutlich, aber ich hoffe, dass er mir auf den Fersen bleibt.“

Depression und Sexualität
Gottes Barmherzigkeit
Greene, Graham
Konversion
Religion
Sexualität und Religion
Todessehnsucht


ADLER, Gerhard: “We only keep half of our vows.” Graham Greene and religion. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 4, 290–315

Graham Greene, who was used to success, once made the bitter remark that he probably was writing just out of a mood of despair, like someone who, for fear of loneliness, holds to an unhappy marriage. A manic-depressive who wrote more than 40 books 600 separate editions of which were published in German language only?! His explanation: Writing books was a kind of therapy. He really wondered how those who neither wrote nor composed nor painted succeeded in escaping the sheer foolishness, the melancholy and the terror that were inherent in human existence. The main topic of Greene, who at the age of 22 converted to catholicism, is religion. When being questioned in an interview if he was still haunted by God, he – then at the age of 77 – answered that he did really hope so! Although he felt His presence quite vaguely, he hoped that He would stay close on his heels!

Depression and sexuality
mercies of God, the
Greene, Graham
conversion
religion
sexuality and religion
longing for death

KONCSIK, Imre: Die dogmatischen Grundlagen des Exorzismus. Satan und Dämonen – Besessenheit – übersinnliche Gegebenheiten. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 4, 319–333

Der Exorzismus ist die liebevolle und mächtige Reaktion der katholischen Kirche auf eine Obsession, die als „mentale Vergewaltigung“ eines Menschen durch eine übernatürliche persönliche Macht verstanden werden kann. Sie wiederum beruht auf der Möglichkeit einer Interaktion zwischen Diesseits und Jenseits sowie auf weiteren dogmatischen Voraussetzungen. Entscheidend bleibt ein pragmatischer Konsens: da der Mensch „multidimensional“ konstituiert ist und die Schöpfung sich in zwei Bereiche aufsplittet (Diesseits und Jenseits), wird auch nur eine Multi-Perspektiven-Betrachtung möglichen Störungen des Menschen gerecht. Von daher erhält das Ritual des Exorzismus seine kasuistische Gültigkeit und Berechtigung, insofern er auf den „Geist“ bzw. das „Herz“ des Menschen in ihren Relationen auf „jenseitige“ Einflüsse gerichtet ist.

Besessenheit
Dämonen
Diesseits – Jenseits
Exorzismus
Katholische Kirche
Satan


KONCSIK, Imre: The dogmatic basis of exorcism. Satan and demons – possession – supernatural conditions. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 4, 319–333

Exorcism is the affectionate and mighty reaction of the Catholic Church to possession which is to be understood as the “mental rape” of a human being by a supernatural personal power that is based on the possibility of interaction between this life and the other world as well as on further dogmatic conditions. What is decisive is a pragmatical consent: As man is constituted in a “multidimensional” way and the Creation is split up into two parts (this world and the beyond), eventual disorders of this kind in man have to be seen from a variety of perspectives, too. That is why the ritual of exorcism is casuistically valid and justified in so far as it is focussed on the “spirit” respectively the “heart” of man in their relations to influences from the beyond.

Possession
demons
this world – the other world
exorcism
Catholic Church
satan

BENEDIKTER, Roland: Drei Avantgarde-Strömungen des heutigen US-Geisteslebens und ihre Beziehung zu Europa. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 4, 335–365

Die heutigen USA gelten vielen als Vorreiter auf dem Weg zur integrativen Erneuerung von Wissenschafts- und Erkenntnisparadigmen. Dies vor allem im Bereich der traditionellen Kern- und Grundlagen-Wissenschaft der neuzeitlichen Universität: der Philosophie und der historisch aus ihr erwachsenen Psychologien. Seit einigen Jahren ist in den USA in der Tat eine Entwicklung im Gang, welche die Einseitigkeiten des nominalistisch-subjektivistischen Paradigmas der „Postmoderne“, das aus ideengeschichtlicher Sicht die Epoche zwischen 1979 und 2001 geprägt hat, um einen neuen geistigen Objektivismus ausgleichen und beide zu einem neuen, „subjektiv-objektiven“ Paradigma integrieren will. Diese Entwicklung findet ihren Ausdruck in drei exemplarischen Avantgarde-Strömungen, die im vorliegenden Beitrag vorgestellt sowie auf Charakteristiken und Wechselbeziehungen untersucht werden. Dabei erweist sich, dass die heutige ideengeschichtliche Avantgarde der USA in Kernterminologie, historischer Kontinuität und Ausrichtung stark pazifisch-asiatisch, aber noch zu wenig atlantisch-europäisch geprägt ist. Das scheint mit ein Grund dafür zu sein, warum diese Avantgarde-Ansätze trotz ihres hochwertigen Anregungs- und Innovations-Potentials im Hinblick auf ein ganzheitlichen Wissenschafts-Paradigma für das 21. Jahrhundert noch unübersehbare Schwierigkeiten haben, den atlantisch-europäisch geprägten Hauptstrom des Geistes-, Kultur- und politisch-sozialen Lebens ihrer Gesellschaft zu erreichen. Es zeigt sich, dass der innere Ausgleich zwischen pazifischen und atlantischen Ideen-Einflüssen eine der zentralen Herausforderungen für diese drei Avantgarde-Strömungen, aber darüber hinaus im Spiegelverhältnis auch für das europäische Kultur- und Gesellschafts-Paradigma sowie für die Entwicklung der integralen Bewegungen auf Weltebene insgesamt ist.

Almaas, A. H.
Anthroposophie
Cohen, Andrew
Freimaurerei
Ganzheitliche Wissenschaft
Ideengeschichtliches Verhältnis /USA – Europa
Integrale Bewegungen
Paradigmen-Erneuerung
Rosenkreuzertum
Theosophie
Weltphilosophie
Wilber, Ken

BENEDIKTER, Roland: Three avant-garde currents in the U.S. and their relationship with Europe. Grenzgebiete der Wissenschaft 55 (2006) 4, 335–365

Many intellectuals consider the U.S. of today a forerunner of an integrative renewal of scientific and cognitive paradigms, particularly in the field of philosophy and psychology. Indeed, since a few years there have been tendencies which try to compensate the onesidedness of the nominalist-subjectivistic paradigm of “postmodernism” – which from a historical point of view characterized the period between 1979 and 2001 – by a new kind of intellectual objectivism and to integrate both into a new “subjective-objective” paradigm. This trend is represented by three exemplary avant-garde currents which are examined in their characteristics and correlations. It turns out that the basic terminology, historical continuity and orientation of these currents in intellectual-historical avant-garde in the U.S. is characterized by Pacific-Asian influences rather than by Atlantic-European ones. This seems to explain at least in part why in spite of their high-quality innovation potential these avant-garde approaches, in view of a holistic science paradigm for the 21st century, still have problems reaching the mainstream of the intellectual, cultural and political-social life of their society. It becomes apparent that the inner harmony of pacific and atlantic influences of ideas and intellectual traditions poses a central challenge to these three avant-garde currents, but also to the European cultural and social paradigm, as well as to the development of integral currents worldwide.

Almaas, A. H.
anthroposophy
Cohen, Andrew
freemasonry
holistic science
intellectual-historical relationship /U.S. – Europe
integral currents
renewal of paradigms
Rosicrucianism
theosophy
world philosophy
Wilber, Ken

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch